Do., 19.05.2016

Museen Museumsbund-Chef fordert Ende des Sparens an der Kultur

Eckart Köhne ist Präsident des Deutschen Museumsbundes.

Eckart Köhne ist Präsident des Deutschen Museumsbundes. Foto: Uli Deck

Die knapp 6400 Museen in Deutschland erfreuen sich stetiger Resonanz. Viele kleine Häuser aber leiden unter der Finanznot der Kommunen. Zum Internationalen Museumstag appelliert der Deutsche Museumsbund an die Politik.

Von dpa

Karlsruhe/Pirna (dpa) - Deutschlands Museen sind besucherstark und innovativ. Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, hat von der Politik ein klares Bekenntnis für sie und ein Ende des Sparens an der Kultur gefordert.

«Kultur ist kein Sahnehäubchen, sondern so etwas wie die Hefe im Teig der Gesellschaft», sagte er zum Internationalen Museumstag (22. Mai). Das gängige Wertesystem, mehr und mehr wirtschaftlich zu denken und zu beurteilen, werde Museen nur bedingt gerecht. Politik müsse qualitativ über Kultur diskutieren.

«Es muss allen klar sein, dass das Sparen an der Kultur die Grundprobleme der Haushaltsanierung nicht lösen kann», betonte Köhne, der Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe ist. Die knapp 6400 Museen - von der Heimatstube bis zur staatlichen Kunstsammlung - locken pro Jahr bis zu 105 Millionen Besucher an. Die Finanznot von Kommunen als Träger treffe viele dieser Häuser, sagte Köhne. Sie könnten nur auf verständige Kämmerer hoffen.

«Es braucht ein klares Bekenntnis dazu, dass Museen genauso wie Theater, wie Musikhochschulen, wie Bibliotheken fester Teil des kulturellen Lebens der Gesellschaft sind», mahnte er. Über Kultur aber werde oft im Zusammenhang mit Spardebatten gesprochen, obwohl deren Etats am unteren Ende der Skala lägen. «Da reden wir über ein, vielleicht mal zwei Prozent.» Köhne appellierte, dass die Politik qualitativ über Kultur diskutiert.

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