Do., 08.03.2018

Fantastische Welten Belvedere entdeckt Zeichengenie Klemens Brosch wieder

Er gehörte zu den bedeutendsten Zeichnern Österreichs und wurde zu Lebzeiten umjubelt. Nach nur 16 Schaffensjahren habe er der Welt knapp 1000 Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken und Gemälde hinterlassen, so das Museum.

Von dpa

Wien (dpa) - Er gilt als Vorreiter des Surrealismus: Dem Zeichengenie Klemens Brosch (1894-1926) widmet das Belvedere in Wien bis zum 3. Juni eine umfassende Schau, mit der einer der wichtigsten österreichischen Künstler des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt werden soll.

Mit atemberaubender Präzision und Akribie hat der von seiner Drogensucht geprägte Brosch fantastische Welten wie «Das Krokodil auf der Mondscheibe» (1912) geschaffen. Der zu Lebzeiten umjubelte Künstler aus Linz gehöre mit Gustav Klimt, Egon Schiele, Alfred Kubin und Oskar Kokoschka zu den bedeutendsten Zeichnern Österreichs, teilte das Museum am Donnerstag mit. Nach nur 16 Schaffensjahren habe er knapp 1000 Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken und Gemälde hinterlassen. Brosch hatte sich 1926 das Leben genommen.

Brosch stehe beispielhaft für die Tragik einer durch Krieg und Kriegsfolgen zerstörten Karriere und letztlich eines zerstörten Lebens, meinte die Belvedere-Direktorin Stella Rollig am Donnerstag. «Wer dem Werk dieses grandiosen Zeichners begegnet, kann nicht verstehen, dass es jahrzehntelang kaum bekannt war.»

Brosch, der aufgrund eines chronischen Lungenleidens als Soldat mit Morphium behandelt wurde und nicht mehr von der Droge loskam, zeichnete düstere Themen wie «Siesta der Henker» (1916) oder «Der letzte Augenblick» (1916), in dem er ein Erschießungskommando aus der Perspektive des Verurteilten festhält. Verspielt und leicht wirken dagegen die Schwalben im «Am Strande» (1912).

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