Di., 17.10.2017

Was aus Idealen wurde Nicaragua und der ewige Ortega

Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (2016).

Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (2016). Foto: Rolando Pujol

Wie war das noch mal? Hannes Bahrmann erzählt die Geschichte des mittelamerikanischen Landes und lässt in diesem Zusammenhang auch den Sandinistenchef Daniel Ortega nicht aus.

Von dpa

Berlin (dpa) - Einst war Nicaragua das gelobte Land der Revolutionsromantiker. Ein Volksaufstand hatte 1979 den Diktator Somoza gestürzt, und die linken Sandinisten machten sich an den Umbau der Gesellschaft.

Groß war die internationale Solidarität, Menschen aus vielen Ländern kamen, um bei Alphabetisierung oder Kaffeeernte zu helfen. 1990 wurden die Sandinisten abgewählt, und es wurde still um Nicaragua.

Hannes Bahrmann widmet sich nach seinem 2016 erschienenen Kuba-Buch in «Nicaragua - Die privatisierte Revolution» nun dem mittelamerikanischen Land. Er erzählt dessen Geschichte und beschreibt, wie der Sandinistenchef Daniel Ortega nach seinem Comeback bei den Wahlen 2006 die demokratischen Institutionen ausschaltete und die Macht nicht mehr hergab.

Von den revolutionären Idealen ist nicht viel geblieben, doch dank eines pragmatischen Umgangs Ortegas mit der Unternehmerschaft ist es ein Land, wo die Wirtschaft wächst, die Infrastruktur funktioniert und man in zwei Tagen einen Internetanschluss bekommt. Angesichts hoher Verschuldung könnte es allerdings ein böses Erwachen geben. «Fahren Sie bald hin, es dürfte gerade ein guter Zeitpunkt sein», rät Bahrmann seinen Lesern.

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