Do., 05.05.2016

Medien Der ZDF-«Fernsehgarten» wird 30

Andrea Kiewel fühlt sich beim «Fernsehgarten» zuhause.

Andrea Kiewel fühlt sich beim «Fernsehgarten» zuhause. Foto: Sascha Baumann/ZDF

Wenn der «Fernsehgarten» auf Sendung geht, gibt's gleichzeitig Show-Atmosphäre, Volksfest-Stimmung und Mega-Party. In diesem Jahr wird die ZDF-Sendung 30 Jahre alt. Andrea Kiewel sagt, was sie an ihrer Show so mag.

Von dpa

Mainz (dpa) - Der ZDF-«Fernsehgarten» ist Englischer Garten, Volkspark und Freizeitpark in einem. Wenn Andrea Kiewel (50) am Muttertag (8. Mai) die Jubiläumssaison zum 30. Geburtstag einläutet, steigt jeden Sonntag wieder eine große Party auf dem Mainzer Lerchenberg.

«Kiwi», so heißt sie mit Spitznamen, ist das Gesicht des «Fernsehgartens». Seit dem Jahr 2000 - mit gut einjähriger Unterbrechung - moderiert sie die Open-Air-Sendung, die Show, Schlager, Pop, Artistik und Spiel miteinander vereint und live ausgestrahlt wird. Auch in diesem Jahr sind viele Stars sonntags in den Garten eingeladen. Sommer-Atmosphäre inklusive: Die Show hat einen eigenen Pool.

DIE MODERATORIN: In der DDR war Andrea Kiewel Mitglied der Schwimm-Nationalmannschaft. Sie wurde Lehrerin, am liebsten wollte sie aber Reporterin werden. «Dann hatte ich das Glück, dass die Mauer fiel und sich die Möglichkeit, in den Journalismus zu gehen, doch noch auftat», sagt die Berlinerin. Sie moderierte beim Deutschen Fernsehfunk (DFF), beim Sender Freies Berlin (SFB) und bei Sat.1. Dann startete sie beim «Fernsehgarten». Nachdem sie 2007 in einer Talkshow auf ein Unternehmen hingewiesen hatte, mit dem sie vertraglich verbunden war, trennte sich das ZDF von ihr. Nach gut einem Jahr holte der Sender sie zurück, im Mai 2009 war sie wieder auf Sendung. Der «Fernsehgarten» und Andrea Kiewel - das gehört zusammen. «Es ist mein ein und alles», sagt sie. «Die Zuschauer und ich, wir haben eine Liebesbeziehung miteinander.»

ERFOLGSGEHEIMNIS: Es scheint fast so, als wolle «Kiwi» jeden Sonntag ein bisschen Frieden in Wohnzimmer und «Fernsehgarten» bringen: «Wir retten nicht die Welt, aber wenn wir gut sind, dann machen wir die Menschen für einen Moment froh», sagt sie. «Wenn der «Fernsehgarten» läuft, dann soll einfach mal die Welt in Ordnung sein.» Sie betont aber: «Das bedeutet nicht, dass wir keinen Anspruch haben und Tralala machen. Im Gegenteil.» Im Schnitt 1,9 Millionen Menschen schauten 2015 jedes Mal zu. Was macht den «Fernsehgarten» so beliebt? «Ein Erfolgsgeheimnis ist, dass wir musikalisch so breit aufgestellt sind, dass letztendlich für jeden was dabei ist.» Von Vicky Leandros bis Vanessa Mai zum Beispiel.

DIE NEUE STAFFEL: Los geht's am 8. Mai unter dem Motto «Der Garten bebt» mit DJ Bobo, Roland Kaiser, Vanessa Mai und der Band Die Höhner. An Pfingsten (15./16. Mai) gibt es zwei Ausgaben: Am Sonntag steht der Eurovision Song Contest vom Vortag im Mittelpunkt - mit dabei unter anderem Nicole und Guildo Horn. Am Montag können Trödelfans das Team von «Bares für Rares» treffen. Während der Fußball-EM und der Olympischen Spiele wird der Sport eine wichtige Rolle im «Fernsehgarten» spielen. Am 3. Juli feiert Andrea Kiewel den 30. Geburtstag der Show, am 31. Juli steigt die «Mallorca-Party» mit der Entertainerin Antonia aus Tirol und dem Schlagersänger Jürgen Drews. Das Saisonfinale steht am 25. September an.

DATEN UND FAKTEN: Die erste Sendung ging am 29. Juni 1986 über die Bildschirme - damals noch moderiert von Ilona Christen, die den «Fernsehgarten» bis 1992 dabei blieb. Danach war Ramona Leiß bis 1999 an der Reihe. Während der Pause von Andrea Kiewel ersetzte sie Ernst-Marcus Thomas. Rund 6000 Zuschauer sind bei jeder Sendung auf dem Gelände dabei. 70 starke Scheinwerfer von bis zu 12 000 Watt Leistung sorgen für helles Licht, bis zu 20 Kameras für das richtige Bild, 24 drahtlose Mikrofone und 300 Lautsprecher für den richtigen Sound. Das «Fernsehgarten»-Team besteht aus 130 Leuten.

DIE KONKURRENZ: Die ARD-Sendung «Immer wieder sonntags» mit Stefan Mross lief bisher parallel zum «Fernsehgarten». Die ZDF-Sendung hat in diesem Jahr einen neuen Sendeplatz: Sie geht um 11.50 Uhr auf Sendung. Andrea Kiewel sieht Unterschiede zwischen beiden Sendungen, zum Beispiel bei der Musik. Und verrät: «Mit Stefan Mross habe ich früher mal geunkt, wir müssten mal tauschen, aber das würde nicht funktionieren.» Wie lange will sie den «Fernsehgarten» noch moderieren? «Bis ich 120 bin», sagt sie lachend und ergänzt: «So lange, wie man mich lässt.» Die Sendung passe gut zu ihr. «Ich muss mich nicht verstellen. Das fühlt sich so zuhause an.»

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