Do., 12.05.2016

Fernsehen Elysium

Matt Damon bei der «Elysium»-Premiere in Sydney.

Matt Damon bei der «Elysium»-Premiere in Sydney. Foto: Dan Himbrechts

Berlin (dpa) - Die Erde ist ein dem Untergang geweihter Planet. Düstere Zukunftsvisionen beherrschen viele Hollywood-Blockbuster. Brad Pitt kämpft in «World War Z» gegen einfallende Zombies. In «Oblivion» mit Tom Cruise und «After Earth» mit Will und Jaden Smith ist der einstmals blaue Planet schon lange unbewohnbar, neue Welten im Universum wurden als Lebensräume erschlossen.

Von dpa

In «Elysium» (VOX, 20.15 Uhr) mit Matt Damon in der Hauptrolle haben allerdings nur die Reichen Zutritt zu dem gleichnamigen, künstlich erschaffenen Paradies im All. Der große Rest der Menschheit soll zurückbleiben auf der zu einem apokalyptischen Slum voller Krieg, Krankheit und Armut verkommenen Erde. Es ist das Jahr 2154. Max (Damon) ist ein äußerlich angepasster Arbeiter, der auf dem Weg in die Fabrik für seine unfreiwillig verwahrlosten Nachbarn immer ein freundliches Wort übrig hat.

Ein Arbeitsunfall mit radioaktiver Strahlung zwingt Max dann aber,Stellung zu beziehen. Nur noch fünf Tage hat er ohne Behandlung zuleben. Medizinische Hilfe gibt es aber nur auf Elysium. Max gehtdeshalb einen Pakt mit Aufständischen ein, die ihn in auf dieelysische Raumstation im All bringen wollen. Max lässt sich dafürzu einem ziemlich schlagkräftigen Maschinen- und Computermenschen umoperieren.

Mit kahlgeschorenem Kopf und beeindruckenden Muskelpaketen kämpft Matt Damon alias Max nun gegen die Reichen, die ihre Welt mit allen Mitteln gegen die armen Erdenbewohner abschotten. Max' Privatmission wird schon bald zur Rettungsaktion für die gesamte Menschheit. Doch er hat eine starke Gegnerin: die Verteidigungsministerin von Elysium (superstreng und eiskalt gespielt von Jodie Foster), die ihre Anti-Immigrationsgesetze durchsetzen will.

Damon zeigt im Kampf um Gerechtigkeit vollen Körpereinsatz. Bis zuvier Stunden täglich verbrachte der US-Schauspieler vor denDreharbeiten im Fitness-Studio, um Muskeln aufzubauen. So eineActionfilm-Figur sei ganz schön harte Arbeit, sagte der Star der«Bourne»-Thrillerreihe bei der Vorstellung des Films in Berlin.«Spezielle Nahrung, Fitness-Studio und Gewichtheben» - so habe ersich für den Science-Fiction-Thriller die richtige Figur antrainiert.«Leider konnten wir kein Bier nach den Drehtagen trinken, weil wir inForm bleiben mussten.» Ein paar Monate nach Ende der Dreharbeiten sei dann wieder der «normale» Matt zum Vorschein gekommen.

Regisseur Neill Blomkamp («District 9») drehte seineactiongeladene Zukunftsvision an zwei völlig gegensätzlichen Orten.Die Szenen für das reiche Elysium entstanden im kanadischenVancouver. Für die auf der verwüsteten Erde spielenden Szenen wurde in den armen Außenbezirken von Mexiko-Stadt gedreht, unter anderem auf einer riesigen Müllkippe.

Die von dem Südafrikaner Blomkamp geschaffenen, gigantischenBilder sind durchweg beeindruckend: Das am Himmel schwebende, immer grüne Elysium mit seinen Luxusvillen und gelackten Menschen auf der einen Seite. Die chaotische, zerstörte Erde mit ihren untererbärmlichen Umständen lebenden Bewohnern auf der anderen Seite.

Blomkamps Film überzeugt durch einen visuell perfekten, ganz ohne3D-Schnickschnack auskommenden Look. Dazu reiht der Regisseur eine Knaller-Action-Szene an die andere - von der Raumschiff-Bruchlandung über Drohnen-Attacken und Roboter-Killer bis zu Mann-zu-Mann-Kämpfen. Die etwas schlichte moralische, mahnende Story über Werte wie Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Achtsamkeit wird angesichts dieser Schauwerte fast zur Nebensache.

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