Mi., 25.05.2016

Film «Warcraft: The Beginning» - Der Film zum Computerspiel

Toby Kebell (l) als Durotan in einer Szene aus dem Film «Warcraft: The Beginning».

Toby Kebell (l) als Durotan in einer Szene aus dem Film «Warcraft: The Beginning». Foto: Universal Pictures

Weg vom Computerbildschirm, rein ins Kino: Der Spiele-Klassiker «Word of Warcraft» kommt auf die große Leinwand. Ein Spektakel in 3D.

Von dpa

Berlin (dpa) - «World of Warcraft» ist über die Jahre zu einer Art Synonym geworden für die Welt, in die sich vorzugsweise männliche Teenager zurückziehen, um stundenlang zu kämpfen - natürlich nur virtuell.

Jetzt werden die Fans des Spiels allerdings das Haus verlassen und ihre heimischen Sessel gegen die im Kino tauschen müssen. Der Spiele-Klassiker kommt auf die große Leinwand.

Schon 2006, zwei Jahre, nachdem das Online-Rollenspiel auf den Markt kam, sicherte Legendary Pictures sich die Filmrechte. 2016 ist es jetzt soweit: «Warcraft: The Beginning» heißt das riesige Spektakel in 3D, das David Bowies Sohn Duncan Jones als Regisseur auf die große Leinwand bringt. Das, was Fans des Online-Rollenspiels schon zwölf Jahre lang beschäftigt, packt Jones, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, in zwei Stunden - und die haben es durchaus in sich.

Die Geschichte spielt im Reich Azeroth, in dem die Menschen seit Jahrzehnten in Frieden leben. Doch dieser Friede wird bedroht. Die gruselig aussehenden Orks wollen das Reich erobern, nachdem sie ihre Heimat Draenor unter dem dämonischen Anführer Gul'dan (Daniel Wu) in Schutt und Asche gelegt haben. Mit Hilfe eines magischen Portals schaffen sie den Übergang von ihrer in die neue Welt. «Stargate» lässt grüßen.

Der blutige Kampf Mensch gegen Ork um Azeroth beginnt - im Mittelpunkt Kämpfer Anduin Lothar (Travis Fimmel), Mischwesen Garona (schauspielerisch schwach, aber schön: Paula Patton) und der Wächter (Ben Foster, optisch eine Mischung aus Jesus und David Guetta) und Ork Durotan (Toby Kebbell). Doch schon bald müssen die Kriegsparteien feststellen, dass noch eine viel größere Gefahr im Dunkeln lauert - und sie vielleicht gut beraten wären, sich gegen die bedrohliche Übermacht zusammen zu tun.

In seinem vielbeachteten und preisgekrönten ersten Werk «Moon» von 2010 versuchte Jones noch, einen Film im Stil von Science-Fiction-Filmen der 70er oder 80er Jahre machen. Jetzt ist er in der Gegenwart angekommen und holt für den Fantasy-Kracher alles raus, was die technische Trickkiste heutzutage zu bieten hat.

Die Effekte, mit denen «Warcraft» aufwartet, sind ebenso detailverliebt wie atemberaubend und müssen sich hinter James Camerons «Avatar» keinesfalls verstecken. Dafür krankt es ein wenig an Geschichte und Charakteren, die allesamt etwas flach gezeichnet wirken - eine weitere Gemeinsamkeit mit «Avatar». Von einer Videospiel-Verfilmung eine tiefenpsychologische Auseinandersetzung zu erwarten, wäre wohl auch vermessen - etwas weniger Scherenschnitt hätte der Geschichte aber gut getan.

Vieles wirkt abgekupfert aus Genre-Klassikern wie «Herr der Ringe», aus Comic-Verfilmungen wie «Thor» oder auch aus der Kultserie «Game of Thrones». Allerdings wird es dann, wenn Fantasie-Wesen in großen Schlachten aufeinandertreffen, wohl auch zunehmend schwer, das Rad neu zu erfinden.

Dass das Mega-Projekt ein Risiko ist, zeigt sich auch daran, dass ursprünglich «Spider Man»-Regisseur Sam Raimi den Film in Angriff nehmen sollte. Für ihn übernahm dann Jones, selbst erklärter «WOW»-Fan. Es ist nach «Moon» und dem Thriller «Source Code» mit Jake Gyllenhaal erst sein dritter Film.

Man merkt ihm seine Sympathie für das Spiel an, ohne die das große Projekt wohl nicht zu stemmen gewesen wäre. 100 Millionen Nutzer sind weltweit in der «WOW» angemeldet. Ob es gelingt, auch für den Film eine Massenbegeisterung wie für das Spiel zu entfachen, muss sich zeigen. «Warcraft» ist klar auf eine Fortsetzung ausgelegt. Abwarten.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4031255?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F947961%2F3314092%2F