Fr., 17.08.2012

Kultur ZDF-Reportage «Auf der Suche nach dem Glück»

Kultur : ZDF-Reportage «Auf der Suche nach dem Glück»

ZDF-Literatur-Chef Wolfgang Herles macht sich auf die Suche nach dem Glück. Foto: Arno Burgi Foto: dpa

Berlin (dpa) - Einer findet das Glück beim Bad in der Sonne, ein anderer auf hohen Berggipfeln und der nächste in der Musik. Warum aber fühlen sich manche Menschen glücklicher als andere?

Von dpa

Und was ist überhaupt Glück? Diese Fragen ergründet der ZDF-Literatur-Chef und Moderator der Literatursendung «Das blaue Sofa», Wolfgang Herles, in seiner zweiteiligen Reportage «Auf der Suche nach dem Glück», die an diesem Freitag (23.30 Uhr) und am kommenden Freitag (23.45 Uhr) ausgestrahlt wird.

Herles' Interesse gilt dabei zwei kleinen Ländern. Für den ersten Teil der Dokumentation reiste er in den Himalaya-Staat Bhutan, wo neben dem Bruttoinlandsprodukt auch ein Brutto-Glücksprodukt gemessen wird. In dem buddhistischen Land erlebte Herles die spirituelle Seite des Glücks - etwa wenn er nach einem Bienenstich von Bhutans oberstem Glücksforscher aufgefordert wurde, tolerant gegenüber dem Insekt zu sein. «Wie wunderbar, dass wir Bienen im Haus haben», sagte Dasho Karma Ura zu ihm. Der momentane Schmerz müsse in einem größeren Zusammenhang gesehen werden.

Der zweite Teil fängt das Leben in Costa Rica ein, dessen Bewohner als die glücklichsten Menschen der Welt gelten. Auf der weltweiten Glücksskala von 1 bis 10 erreicht das zentralamerikanische Land 8,5 - Deutschland liegt mit 7,1 im guten Mittelfeld - Tansania und Togo mit 2,6 ganz unten. Den Costa Ricanern gehe es besser als ihren Nachbarn in Mittelamerika, erklärt Herles einen der Glücksfaktoren. Dazu lebten sie in einer ausgesprochen harmonischen, stabilen Gesellschaft und erlebten wenig Kriminalität.

«Das größte Glück allerdings kommt aus guten Beziehungen», resümierte Herles nach zahlreichen Interviews mit Glücksforschern. Das Gute daran: Diese Bindungen an Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn und Kollegen könne jeder selbst aktiv gestalten, sagte Herles im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «So wie man in die Muckibude geht, so kann man auch seinen Glücksmuskel trainieren.»

Auch weise der Mensch eine hohe Anpassungsfähigkeit auf. So bleibe bei steigenden Einkommen das Glückslevel fast gleich - auf der anderen Seite könnten Querschnittsgelähmte die gleiche oder sogar eine höhere Lebenszufriedenheit als vor dem Unfall erreichen. Das beweist eindrücklich Philippe Pozzo di Borgo, dessen Leben in «Ziemlich beste Freunde» verfilmt wurde. Glück müsse immer im Jetzt gelebt werden, sagt er in der Dokumentation. «Das Glück liegt hier in der Gegenwart. Es ist kein Traum.»

Herles, selbst Autor mehrerer Sachbücher und Romane, wälzt vor der Kamera mehrere der zahlreichen aktuellen Bücher zum Thema Glück. Er habe in Gesprächen mit Freunden immer wieder gemerkt, wie aktuell das Thema sei. «Es ist ein bisschen eine Ersatzreligion», meint er. In religiösen Gesellschaften müsse die Frage nach dem Glück nicht gestellt werden, weil es von Gott komme. «In unserer säkularen Gesellschaft hingegen müssen wir das Glück aus uns selbst holen.»

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