Do., 19.05.2016

Kunst In Moskau wiederentdeckte Kunst restaurierungsbedürftig

Berlin/Moskau (dpa) - Nach der Wiederentdeckung von 59 verloren geglaubten Skulpturen aus Berlin im Moskauer Puschkin-Museum wird die Aufarbeitung nach Einschätzung von Experten noch Jahre dauern.

Von dpa

«Die Werke sind in sehr unterschiedlichem Erhaltungszustand», sagte Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Donnerstag. Man werde gemeinsame Strategien für ihre Katalogisierung und Restaurierung entwickeln. «Abschließende Ergebnisse sind nicht vor 2019 zu erwarten.»

Über die Wiederentdeckung der Werke war laut Deutschlandradio Kultur bei einer Fachtagung in Florenz berichtet worden. Die Sprecherin des Puschkin-Kunstmuseums, Jewgenija Kisseljowa, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Moskau, das Sichten der «kriegsbedingt verlagerten Kunstwerke» laufe in ihrem Haus schon sehr lange. «Die Skulpturen haben stark gelitten, zur Zeit beschäftigen sich Fachkräfte mit ihnen.»

Die Preußen-Stiftung und das Moskauer Museum arbeiten laut Parzinger seit dem vergangenen Jahr zusammen, um herauszufinden, welche der in Berlin als verschollen geltenden Werke noch existieren. Im vergangenen Jahr waren bereits fünf wichtige Arbeiten von Donatello identifiziert worden, darunter «Die Geißelung Christi» und «Johannes der Täufer».

In Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion werden bis heute noch rund eine Million Kunstschätze aus Deutschland vermutet. Moskau sieht die Beutekunst, die sowjetische Soldaten nach dem Krieg aus Deutschland abtransportierten, als Entschädigung für eigene Kriegsverluste.

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