Di., 17.05.2016

Musik Amanda Bergman: Stimme mit Star-Potenzial

Musik : Amanda Bergman: Stimme mit Star-Potenzial

Foto: Julia Mård

Berlin (dpa) - Selbst in einem Popsänger-Land wie Schweden ist so eine Stimme keine Alltäglichkeit: rauchig, geheimnisvoll, sinnlich. Nun hat Amanda Bergman für ihr Debüt auch noch genau die passende Musik zu dieser Stimme geschrieben.

Von dpa

«Docks» (Ingrid/Cargo) ist ein mit brillanten Streichersätzen und wunderschönen Melodien immer wieder himmelwärts emporstrebendes Album zwischen sehnsüchtigem Indie-Pop und smartem Folk-Jazz. Schon der Opener «Falcons» nimmt mit auf eine Reise über eine weite skandinavische Landschaft. «Golden» findet unmittelbar zu einem lässigen Groove, der an Bergmans Landsleute der Psychedelic-Folk-Bands The Amazing oder Dungen erinnert.

Im zentralen «Fire Hits The Snow» beweist die junge Sängerin dann, dass als Soundkulisse für ihre dunkle Altstimme auch etwas Akustikgitarre und ein paar Keyboard-Effekte ausreichen. Im krautrockig treibenden, sphärischen Album-Highlight «Flickering Lights» klingt Bergman wie das weibliche Gegenstück zu The War On Drugs, der vor zwei Jahren viele Alternative-Rock-Fans begeisternden US-Band aus Philadelphia um Adam Granduciel. Ja, Amanda und Adam, das wäre mal eine feine Kombination für ein gemeinsames Album, nicht nur wegen der Namensähnlichkeit.

In ihren Texten, so sagt die 28-Jährige in Interviews, geht es um das Zerbrechen von Beziehungen. Sie kann wohl auf eigene Erfahrungen zurückgreifen: Bergman war mit dem Indie-Folk-Musiker Kristian Matsson verheiratet, auch bekannt unter dem Namen The Tallest Man On Earth.

Nochmal zurück zur herausragenden Stimme der Frau aus dem kleinen schwedischen Ort Björka. Zunächst erprobte sie ihren Gesang unter dem Projektnamen Idiot Wind (benannt nach einem Bob-Dylan-Songtitel), dann in der zu einigem Erfolg kommenden Band Amason. Mit «Docks» zeigt Amanda Bergman nun solo, dass sie Gold in der Kehle hat. Wer beispielsweise Aimee Mann oder Natalie Merchant mag, sollte unbedingt hinhören. Und in der verträumten Ballade  «Blue Eyes» erweist sich die Schwedin zum Schluss auch noch als gelehrige Schülerin der großen Joni Mitchell. Ein Riesentalent.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4007936?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F947961%2F3314094%2F