Mi., 11.05.2016

Wahlen Trump und Sanders gewinnen weitere US-Vorwahlen

Wahlen : Trump und Sanders gewinnen weitere US-Vorwahlen

Foto: John G. Mabanglo

Konkurrenzlos gewinnt Donald Trump weitere Vorwahlen. Die Demokraten hingegen kämpfen weiter mit sich selbst: Bernie Sanders gewinnt einige Einzelstaaten, Hillary Clinton bleibt vorn. Aber Umfragen sehen Sanders im Duell gegen Trump stärker abschneiden.

Von dpa

Washington (dpa) - Hillary Clintons Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten bleibt lang und steinig. In der Nacht zum Mittwoch verlor die Ex-Außenministerin die Vorwahl im Bundesstaat West Virginia gegen Bernie Sanders.

Der Senator von Vermont holte nach Auszählung fast aller Stimmen 51 Prozent, Clinton 36. Da aber die Delegierten des Staates für das Gesamtrennen anteilig der gewonnenen Stimmen verteilt werden, hat Sanders gegen Clinton kaum Boden gutmachen können. In West Virginia ging es nur um 29 Delegierte. Clinton liegt insgesamt weiter mehrere hundert Delegiertenstimmen vor ihrem Konkurrenten.

Dennoch machen einzelne Niederlagen Clintons Wahlkampf und Image zu schaffen. Im Kohlestaat West Virginia schadeten ihr kritische Äußerungen über die Bergbauindustrie. Durch seine Siege hält Sanders auch programmatisch den Druck auf Clinton aufrecht.

Bei den Republikanern gewann Donald Trump die Wahlen in West Virginia und im Bundesstaat Nebraska. Er hat keinen Gegenkandidaten mehr, seitdem sich jüngst nach der Vorwahl in Indiana seine Konkurrenten Ted Cruz und John Kasich zurückgezogen hatten.

Trump holte in West Virginia 77 Prozent, die Aussteiger Cruz und Kasich kamen zusammen auf knapp 16 Prozent. In Nebraska entfielen auf Trump 61 Prozent der Stimmen, Cruz erhielt 19 und Kasich 11 Prozent.

Trump nähert sich damit der Schwelle von 1237 Delegierten: Das ist die Mehrheit aller Delegierten, die über Monate in den Vorwahlen aller Bundesstaaten erreicht werden muss, um sich die Kandidatur zu sichern. Der umstrittene New Yorker Multimilliardär und politische Quereinsteiger Trump war bereits vor diesem Wahldienstag der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

Für Sanders, der sich als demokratischen Sozialisten bezeichnet, bleibt das Rennen um die Kandidatur seiner Partei rechnerisch beinahe aussichtslos. Er müsste bei den verbleibenden Vorwahlen rund 66 Prozent aller Delegierten holen, um Clinton einzuholen. Außerdem müsste er die Mehrheit der so genannten Superdelegierten auf seine Seite ziehen. Von diesen wollen aber die allermeisten für Clinton stimmen.

Clintons Problem und Sanders' Antrieb sind aber auch neue Umfragen, in denen Sanders in einem direkten Vergleich mit Donald Trump klar besser abschneidet. Umfragen der Mai-Wahlstaaten lassen dort weitere Siege Sanders' vermuten. Er hat bisher 19 Vorwahlen gewonnen, Clinton 26.

Trump nutzt das Ringen der Demokraten weidlich aus. Er hat mit großer Wucht die Vorbereitungen für den direkten Präsidentschaftswahlkampf aufgenommen, während Clinton sich noch mit den Vorwahlen abmühen muss. Trump sagte, Clinton bekomme es nicht einmal hin, sich gegen einen einzigen innerparteilichen Konkurrenten durchzusetzen.

Der nächste Wahltag ist der kommende Dienstag. In Oregon stehen Abstimmungen beider Parteien an, in Kentucky wählen nur die Demokraten.

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