Mi., 18.10.2017

Berichte von Menschenrechtlern IS-Kämpfer aus Al-Rakka in Händen von Geheimdiensten?

Ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte steht in den Ruinen von Al-Rakka. Nach Angaben des US-Militärs hatten sich in den vergangenen Tagen rund 350 IS-Kämpfer ergeben.

Ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte steht in den Ruinen von Al-Rakka. Nach Angaben des US-Militärs hatten sich in den vergangenen Tagen rund 350 IS-Kämpfer ergeben. Foto: Asmaa Waguih

Al-Rakka galt als Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat - auch deswegen ist sie nach ihrer Befreiung von den Dschihadisten für Geheimdienste von Interesse. Menschenrechtler berichten nun, dass ausländische Kämpfer lebend festgenommen wurden.

Von dpa

Damaskus (dpa) - Nach den Kämpfen um die ehemalige IS-Hochburg Al-Rakka sind Menschenrechtlern zufolge eine Reihe ausländischer Dschihadisten in den Händen westlicher Geheimdienste.

Zum Ende der Gefechte hätten sich Terroristen ergeben und seien Geheimdiensten der USA und Frankreichs übergeben worden, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Der Sprecher der Anti-IS-Koalition, Ryan Dillon, erklärte dagegen, die ausländischen Kämpfer befänden sich in Gewahrsam der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).

Nach Angaben des US-Militärs hatten sich in den vergangenen Tagen rund 350 IS-Kämpfer ergeben. Kurz vor der Eroberung Al-Rakkas am Dienstag hatte die Beobachtungsstelle berichtet, dass sich auch der Drahtzieher der Anschlagserie von Paris 2015 mit 130 Toten noch in Al-Rakka befinden soll. Frankreich begrüßte die Befreiung der Stadt von der Terrormiliz Islamischer Staat als eine «ausgezeichnete Nachricht».

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sitzt in England, bezieht ihre Informationen jedoch von einem Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben gelten als recht zuverlässig.

Derweil gehen die Räumarbeiten in der Stadt weiter. «Wir durchkämmen heute weiter das Gelände und befreien die großen Straßen von Minen», sagte der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Talal Silo, der Deutschen Presse-Agentur. Bislang sei noch kein Bürger in die fast komplett leere Stadt zurückgekehrt, weil es nach wie vor zu gefährlich sei.

Trotz der großen Verwüstungen wollen einige Bürger aber schnell wieder zurück in ihre Heimat. «Unser Gebäude ist teilweise beschädigt, aber wir können es reparieren und darin leben», sagte der 20-Jährige Ali, der als Flüchtling in der Türkei lebt.

In Ostsyrien ging der Kampf gegen die Extremisten weiter. Regierungstruppen rückten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana in der Stadt Deir as-Saur gegen den IS vor. Gleichzeitig nahmen Einheiten der SDF den Ort Markada in der nordöstlichen Provinz Hasaka ins Visier. Die Beobachtungsstelle meldete Gefechte am Rande des Dorfes nahe der irakischen Grenze, das einen strategischen Wert besitzt.

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