Mo., 23.11.2015

Gesundheit Ergonomie am Arbeitsplatz – welche Tipps wirklich helfen

1. Einleitung

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Leiden der deutschen Bevölkerung. Repräsentative Studien des Robert-Koch-Institutes zeigen, dass bis zu 85 Prozent der Befragten mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen gelitten haben, oft über einen längeren Zeitraum hinaus.

Von Allgemeine Zeitung Coesfeld

Ein Drittel der Deutschen hat diese Beschwerden einmal im Jahr, behauptet Dr. Christian Schneider. Häufige Ursachen sind dabei die Bandscheiben, Verspannungen, Ischias sowie das Schulter-Arrm-Syndrom. Hervorgerufen werden diese Probleme häufig durch falsches Sitzen, Heben, Tragen oder Bücken. Das zeigt, dass diese eigentlich vermeidbar wären, wenn das zum einen das richtige Equipment gekauft wird und zum anderen die körperlichen Belastungen richtig durchgeführt werden. Ferner bewegen sich viele Menschen schlicht zu wenig. Die bekräftigt auch Dr. Christian Schneider auf die Frage, warum so viele Menschen Rückenprobleme haben:

„Die Muskulatur verkümmert bei der meist zu geringen Bewegung im Alltag und damit funktioniert das Zusammenspiel nicht mehr optimal. Hier muss entgegengewirkt werden!“ Nicht nur berufstätige Männer und Frauen klagen über die Schmerzen, auch Schülerinnen und Schüler sind mittlerweile häufiger von Rückenleiden betroffen. Aus diesem Grund ist allen geraten, die ihren Berufs- oder Tagesablauf eher eintönig gestalten, sich regelmäßig sportlich zu betätigen.

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Foto: Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Denn neben dem persönlichen Leiden verursachen Ausfälle durch Rückenschmerzen hohe wirtschaftliche Kosten durch die Produktivitätsverluste. Einige Fachleute sprechen von neun bis 26 Milliarden Euro. Denn Rückenschmerzen führen, so berichtete derwesten.de zu häufig sehr langen Krankschreibungen. In der Regel ist die Zeit, die Betroffene von der Arbeit fern bleiben, bei Rückenprobleme erheblich länger, als bei anderen Bescheinigungen zur Arbeitsunfähigkeit.

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Die richtige Haltung am Schreibtisch ist sehr wichtig Foto: Wikimedia.commons.org © Inforadio (CC BY-SA 2.0 DE)

2. Schreibtisch ergonomisch einrichten

In Deutschland gibt es viele Richtlinien und Bestimmungen, die den Arbeitsplatz für jeden Menschen sicherer machen sollen. Die Arbeitsstättenverordnung, die Arbeitsstättenrichtlinien und Bildschirmarbeitsverordnung sind zum großen Teil auch EG-Richtlinien und legen zum Beispiel den Abstand von Person zu Bildschirm, die Größe der Arbeitsfläche und Material fest. Trotzdem sollten Mitarbeiter selbst auf eine gute Einrichtung achten.

Ideal ist ein Schreibtisch, der zwischen den Höhen von 70 bis 120 Zentimetern verstellbar ist. So kann jeder im Sitzen und im Stehen arbeiten und unterschiedliche Haltungen einnehmen. Meist sind bei verstellbaren Tischen 50 Prozent Sitzen, 25 Prozent Stehen und 25 Prozent Bewegung empfohlen. Durch ständiges Sitzen in derselben Position baut sich die Rückenmuskulatur ab oder ist auf einer Seite stärker ausgeprägt. Diese muskuläre Dysbalance kann neben Rückenschmerzen auch Kopfschmerzen und Nackenprobleme verursachen.

Ergonomie am Arbeitsplatz Bild 3

Jeder Arbeitsplatz braucht genügend Arm- und Beinfreiheit Foto: Pixabay.com © sativis (CC0 1.0)

Die Tischplatte sollte mindestens 160 Zentimeter breit und 80 Zentimeter tief sein. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter ihre Arme und Beine ausstrecken können. Kabelsalat oder Bretter unter dem Tisch sind deshalb ungünstig. Hände, Handgelenke und Unterarme sollten eine gerade Linie sein, Unterarme auf Armlehnen und Tisch gestützt. Der Abstand zum Monitor sollte bis zu 90 Zentimeter betragen, je nach Größe,  und der Kopf sollte leicht nach unten geneigt sein.

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Foto: Quelle: www.ergo-online.de

Einige Büros bieten ergonomische Sitze an, die sich mitbewegen oder spezielle Sitzbälle. Fachleute empfehlen jedoch, besser zwischendurch Übungen zu machen, da die meisten Personen keinen  ganzen Tag auf einem Sitzball aushalten können.

 

3. Bewegung im Büro schaffen

Selbst wenn das Büro optimal ausgerichtet und der Arbeitsplatz ergonomisch top eingestellt ist, so muss der Mitarbeiter selbst für ausreichende Bewegung sorgen.

Kleinigkeiten, die einfach zu bewerkstelligen sind, sind zum Beispiel kurze Pausen durch regelmäßiges Aufstehen oder kurze Schritte vor die Tür. Eventuell gibt es Tätigkeiten, die Mitarbeiter im Stehen ausführen können, wie Telefonieren oder neue Konzepte an Whiteboards oder anderen Tafeln entwickeln. Im internationalen Bereich gibt es ausgefallene Ideen, vom Tanzen in der Mittagspause in Amerika bis zu eingebauten Laufbändern am Schreibtisch, wie beispielsweise in Schweden.

Doch es geht auch ein wenig einfacher.

Ergonomie am Arbeitsplatz Bild 4

Yogaübungen nehmen nicht viel Platz weg und helfen bei einem gesunden Tagesablauf Foto: Pixabay.com © marymccraft (CC0 1.0)

Zum Büro-Workout reichen oft der Schreibtisch, der Stuhl und im Idealfall ein Gymnastikball oder eine Yogamatte aus. Mit diesen Utensilien lassen sich leicht viele Übungen finden, die nicht viel Platz wegnehmen und auch in der Mittagspause oder zwischendurch für fünf bis zehn Minuten für Fitness sorgen und den Kopf freimachen. Vielleicht lassen sich dafür weitere Mitarbeiter zu einer gemeinsamen Gruppenübung finden.

 

Neben der mangelnden Bewegung zählen viele Ärzte schlechte Ernährung und Übergewicht zu den weiteren Ursachen von Rückenleiden. Im Büro kann es schnell hektisch zugehen. Wer nicht darauf achtet, sich ausgewogen zu ernähren, schadet dem eigenen Körper mehr, als er denkt. Fast Food und fettiges Essen liegt  schwer im Magen und sorgt für das Mittagstief und den Leistungsabfall. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und leichte Salate erfrischen und beleben Körper und Geist.

Kleine Sünden schaden dabei nicht, denn wer sich zwischendurch für gute Leistung belohnt, kann die eigene Motivation steigern.

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