Fr., 23.06.2017

Gesundheit Mehr als nur ein Trend: die E-Zigarette

Gesundheit : Mehr als nur ein Trend: die E-Zigarette

Dampfen anstatt zu rauchen kommt immer mehr in Mode. Foto: Grigory Ignatev – 644374015 / Shutterstock.com

Rauchen ist out, Dampfen ist in. Die E-Zigarette, die seit 2004 auf dem Markt ist und das Rauchen herkömmlicher Glimmstängel ersetzt, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Warum? Weil hier kein Verbrennungsprozess mehr stattfindet und der Körper dadurch weniger Schadstoffe aufnimmt.

Von Allgemeine Zeitung

Auch für Passivraucher ist es attraktiver. Der Dampf enthält bei Weitem nicht die Menge an Schadstoffen, wie der Rauch einer herkömmlichen Zigarette. Außerdem ist er – durch den Einsatz von unterschiedlichen Liquids – angenehmer im Geruch.

Innerhalb von 7 Jahren: Umsatz verachzigfacht

Sieht man sich den Umsatz mit E-Zigaretten alleine in Deutschland an, dann ist hier ein steiler Anstieg zu beobachten. Dies ergibt eine Statistik des Verbandes des eZigarettenhandels und von Statista.com.

Jahr Umsatz in Euro
   
2010 5.000.000
2011 100.000.000
2012 70.000.000
2013 100.000.000
2014 200.000.000
2015 275.000.000
2016 400.000.000

Der Trend geht also eindeutig hin zur E-Zigarette. „Studien aus Großbritannien haben zudem gezeigt, dass Nutzer der E-Zigarette deutlich geringere Belastungen mit toxischen und krebserregenden Stoffen als Raucher aufweisen und somit die elektronische Zigarette deutlich weniger schädlich ist“, sagte uns ein E-Zigaretten-Fachmann von liquido24.de.

Logischerweise ist auch die Anzahl der E-Zigaretten-Konsumenten entsprechend angestiegen:

Jahr Anzahl Konsumenten
   
2010 300.000
2011 1.200.000
2012 1.400.000
2013 2.200.000
2014 2.800.000
2015 3.000.000
2016 3.500.000

Weg vom Glimmstängel

Stellt man die Frage, warum Raucher von der herkömmlichen auf die elektronische Zigarette umgestiegen sind, kommen Verbraucher sehr schnell auf die Gesundheit zu sprechen. Der wichtigste Grund aber ist, um irgendwann ganz von der Zigarette weg zu kommen, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in einer Umfrage festgestellt hat.

  • 35,4 % sind umgestiegen, um weniger zu rauchen.
  • 28 % sehen die E-Zigarette als weniger schädliche Alternative.
  • 18 % wollen damit gänzlich das Rauchen aufhören.
  • 10,8 % gaben an, die E-Zigarette auch außerhalb von Nichtraucherzonen verwenden zu können.
  • 7,8 % denken an die Gesundheit der Mitmenschen in ihrer Umgebung.

Obwohl über die Hälfte der Raucher glaubt, dass das Dampfen genauso ungesund ist wie das Rauchen, haben bereits fast drei Viertel die Zigarette gegen einen Dampfer ersetzt, so eine Umfrage von Smok-E.de.

  • 72,6 % dampfen ausschließlich und nutzen keinen Tabak mehr.
  • 7,8 % dampfen parallel zum Rauchen.
  • 6,7 % dampfen nur an bestimmten Orten.
  • 6 % dampfen erst einmal zur Probe.
  • 5,2 % haben noch gar nicht gedampft.
  • 1,5 % dampfen nur gelegentlich neben dem eigentlichen Zigarettenkonsum.
  • 0,1 % dampfen nur zu bestimmten Anlässen
  • 0,1 % sind noch unentschieden.

Die Geschichte der E-Zigarette

Seit 2004 heißt es also Dampfen statt Rauchen. Zu verdanken haben wir das dem Chinesen Han Li, der die E-Zigarette in ihrer heutigen Form auf den Markt brachte. Nimmt man es ganz genau, dann war aber bereits 41 Jahre vorher, also 1963, der Amerikaner Herbert A. Gilbert derjenige, der eine rauch- und tabakfreie Zigarette erfand und sich diese Idee sogar patentieren ließ. Einzig in die Produktion ging seine Idee nicht.

Statt Tabak, der verbrennt und als Rauch in die Luft entweicht, wird also nun Liquid mit Aromastoffen verdampft. Von der Technik ist das nichts anderes als die Nebelmaschinen in der Disko oder bei Konzerten. Seit 2007 werden die E-Zigaretten weltweit vertrieben.

So funktioniert die E-Zigarette

Eine elektronische Zigarette ist in sieben Bereiche aufgeteilt. Dies sind von oben nach unten:

  • Mundstück
  • Liquid-Tank
  • Glasfaserdocht
  • Heizspirale
  • Verdampfer (Atomizer)
  • Mikroprozessor
  • Lithium-Ionen-Akku

Sobald man am Mundstück zu ziehen beginnt, wird der Akku durch eingebaute Sensoren aktiviert, die den entstehenden Unterdruck bemerken. Der Akku liefert dann an den Verdampfer eine gewisse Spannung, die vom elektrischen Widerstand des Verdampferkopfes abhängig ist. Gleichzeitig muss bei den meisten E-Zigaretten parallel zum Ziehen ein Power-Knopf betätigt werden, nur so kann auch Strom fließen. Durch den Strom werden die im Verdampfer befindlichen Heizspiralen aktiviert und auf eine Temperatur von bis zu 315 Grad Celsius erhitzt. Nun trifft das Liquid auf die Heizspirale und verdampft.

Nikotin kann im Liquid enthalten sein, muss es aber nicht. Inhaltsstoffe sind auf jeden Fall Propylenglycol und Glycerin. Diese beiden Stoffe sind die Träger der Aromen und damit auch Inhaltsstoffe des Dampfes, der somit nicht aus Wasser besteht, wie irrtümlich immer wieder angenommen wird. Dieser Dampf hat die Vorteile, dass er keinen Teer und keine Kondensate enthält, außerdem bleibt er nicht an Kleidung oder Stoffen haften.

Die Wahl der richtigen E-Zigarette

Es gibt verschiedene Modelle von elektronischen Zigaretten. Dabei unterscheiden sich diese vor allem darin, ob sie einer herkömmlichen Zigarette nachempfunden sind oder ob man besonders auf Akku und Liquids Wert legt und dafür mehr Platz einräumt.

Der einer herkömmlichen Zigarette ähnelnde Vape Pen ist vor allem für Gelegenheitsdampfer ideal.
Foto: RPM.Photo – 348505850 / Shutterstock.com

Die E-Zigaretten, die herkömmlichen Glimmstängeln ähneln, sind dabei vor allem für Gelegenheitsdampfer zu empfehlen, bei denen die Handhabung im Vordergrund steht. Wer öfter dampfen möchte, wählt Modelle, bei denen größere Liquid-Tanks und Akkus mit mehr Leistung eingesetzt werden können.

Akkus besitzen dabei einen USB-Anschluss, sodass man diese sehr einfach an USB-Ladegeräte anschließen kann. Je nach Größe des Akkus braucht dieser mehrere Stunden, um wieder vollständig aufgeladen zu werden.

Hackerangriffe durch E-Zigaretten

Was hat eine E-Zigarette mit möglichen Hackerangriffen auf dem PC zu tun? Das ist relativ einfach! Viele Dampfer laden Ihre Akkus direkt an einem USB-Anschluss des heimischen PC oder des Computers in der Arbeit auf. Und genau das könnten Hacker dazu nutzen, um durch Backdoor-Programme oder automatische Skripte auf Daten zuzugreifen, Netzwerke zu stören oder Firewalls außer Betrieb zu setzen. Dies hat der Sicherheitsforscher Ross Bevington herausgefunden und seine Erkenntnisse auf der Sicherheitskonferenz Security B-Sides London 2017 veröffentlicht.

Um dies zu vermeiden, sollte der Akku der E-Zigarette daher niemals direkt am PC, sondern immer am USB-Ladegerät, das direkt an einer Steckdose betrieben wird, aufgeladen werden.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4950515?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947955%2F1200957%2F1201027%2F