Mo., 02.05.2016

Wohnen Strompreis erhöht sich weiter – das können Verbraucher tun

Wohnen : Strompreis erhöht sich weiter – das können Verbraucher tun

Bild 1: Der Strombedarf in Deutschland ist hoch. Er liegt bei rund 511 Terawattstunden im Jahr. Foto: Pixabay @ maxk (CC0 Public Domain)

Die Kosten für den jährlichen Stromverbrauch schlagen manchem Bundesbürger auf den Magen. Die Preise sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Der Strom war früher preiswert, doch das Energieverhalten war vor rund einem Vierteljahrzehnt noch anders. Heute wird jeder Haushalt in Deutschland mit Strom versorgt. Verbraucher nutzen eine Vielzahl elektronischer Geräte wie Kühlschrank, Computer, Herd, Fernseher, Radio, Tiefkühltruhe, Spülmaschine, Mikrowelle und vieles mehr. Der Grundverbrauch ist deshalb im Vergleich zu damals gestiegen.

Von Markus Müller

Die Energiekosten machen einen großen Teil der Wohnkosten aus. Eine logische Konsequenz. Hinzu kommt, dass die Anbieter im Zuge der Privatisierung der Stromversorger in den neunziger Jahren auf den freien Markt gehen konnten. Seitdem hat sich der Energiepreis mehr als verdoppelt.

Woraus setzen sich die Stromkosten zusammen

Viele Verbraucher fragen sich, woraus sich der Strompreis, den ein Energielieferant berechnet, zusammensetzt. Einen großen Teil machen die staatlichen Umlagen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes aus, dass seit 2006 in der Bundesrepublik gilt und die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen, wie Windkraft, Geothermie oder Solarenergie regelt. Die Umlage liegt im Moment bei 6,53 Euro pro KWh Strom. Darauf entfallen Steuern und weitere Abgaben. Insgesamt machen Umlagen und Steuern rund 54 Prozent des Strompreises aus. Der Rest entfällt auf Transport, Stromerzeugung und Vertrieb. Für das Jahr 2016 ist ein leichter Preisanstieg zu erwarten. Die Durchschnittsrechnung eines Haushaltes liegt bei 83,67 Cent. Im Jahr summiert sich das auf über 1.000 Euro.

Stromvergleich für Verbraucher

Um die monatlichen Kosten zu senken, können Verbraucher einen kostenlosen Strompreisvergleich durchführen. Da die Anbieter miteinander konkurrieren, sind die Tarife stark unterschiedlich. Verbraucher können leicht einen Versorger mit einem günstigeren Tarif finden. Experten raten, dann einen Wechsel durchzuführen. Damit sind mehrere Hundert Euro im Jahr einsparbar. Für den Vergleich sind wenige Angaben, wie der persönliche Stromverbrauch in kWh, die Postleitzahl und die Personen, die in dem Haushalt leben, nötig. Grundsätzlich sind Tarife, die nicht zur Grundversorgung gehören günstiger. Wer bei seinem lokalen Grundversorger unter Vertrag ist, kann diesen problemlos kündigen. Verbraucher müssen das nicht einmal selbst tun. Beim Anbieterwechsel kümmert sich der neue Energiekonzern um die Kündigung des aktuellen Stromlieferanten. Der Wechsel dauert bis zu zwei Monate. In dieser Zeit sitzen Verbraucher nicht im Dunkeln. Der alte Stromkonzern ist verpflichtet, den Strom weiterhin zu liefern, bis der Wechsel durch ist.

Verbraucherfreundliche Verträge

Wichtig ist, dass der neue Stromlieferant einen verbraucherfreundlichen Vertrag anbietet. Der Preis kann noch so günstig sein, wenn der Anbieter keine Preisgarantie gewährleisten kann, können auf die Verbraucher Mehrkosten zukommen. Wer auf die Umwelt achten will, sollte einen Ökostromtarif wählen. Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal ein Jahr betragen und innerhalb eines Monats kündbar sein. Auf Paketpreise mit Vorkasse sollten Verbraucher verzichten, da kein Stromversorger vor Insolvenz geschützt ist. Zudem lässt sich der exakte Stromverbrauch eines Haushalts nicht schätzen und wer über die vereinbarten KWh Strom kommt, muss hohe Aufschläge zahlen. Das kann teuer werden.

Sonderkündigung nutzen

Verbraucher, die in einem laufenden Stromverbrauch mit langer Laufzeit stecken, können von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Das ist der Fall, wenn der Versorger eine Preiserhöhung durchführt. Die Sonderkündigung ist gesetzlich geregelt, sie hängt nicht vom jeweiligen Anbieter ab. Eine weitere Möglichkeit für eine vorzeitige Kündigung bietet sich beim Umzug. Allerdings besteht das Sonderkündigungsrecht in diesem Fall nur für Personen, die in der Grundversorgung sind. Alternative Energieversorger können frei entscheiden, welche Rechte sie den Kunden beim Umzug zugestehen. In der Regel ist eine Kündigung aber möglich.

Bei der Sonderkündigung gelten spezielle Fristen. Verbraucher haben ab Zeitpunkt der Preiserhöhung maximal 14 Tage Zeit, um die Kündigung vorzunehmen.

Vorsicht bei Direktvertrieb

Verbraucherzentralen warnen vor Direktvertrieblern, die Kunden zu einem günstigen Tarif überreden wollen. Sie klingeln oder rufen an und drängen zu einem sofortigen Abschluss eines neuen Tarifs. Meistens zu ungünstigen Konditionen. Verbraucherzentralen bieten betroffenen Personen, die einen solchen Vertrag abgeschlossen haben, Hilfestellungen mit einer Energieberatung an. Grundsäztlich sollten Kunden keine eiligen Entscheidungen treffen, sich für den Stromanbieterwechsel Zeit nehmen und das Kleingedruckte lesen, bevor sie einen Vertrag unterschreiben.

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