„Die Unsichtbare“: Psychodrama

Ulrich Noethen und Stine Fischer ChristensenFoto:
(dpa)
Das Streben nach Perfektion, das Regisseure Schauspielern abverlangen und als Unterwerfung auskosten, geht in Christian Schwochows Psychodrama „Die Unsichtbare“ einher mit Rollenspielen bis an die Grenzen psychischer Kräfte. Schauspielschülerin Fine (Stine Fischer Christensen), von Kollegen als „unsichtbar“ abgekanzelt, erhält die Hauptrolle des Vamps in „Camille“ und wird vom Regisseur (Ulrich Noethen) manipuliert, der sie mit blonder Perücke in der Stadt Männer anmachen lässt. Während Fine unter Erfolgszwang steht, Anerkennung findet und erwachsen wird, öffnen sich seelische Abgründe und braut sich familiäres Unheil zusammen. Das überfrachtet den Film, wird aber durch das tolle Spiel der Dänin Fischer Christensen („Nach der Hochzeit“) aufgefangen, die den Darstellerpreis in Karlovy Vary erhielt. Als Rivalin auf der Bühne ist Anna Maria Mühe präsent, die in Schwochows Regiedebüt „Novemberkind“ die Hauptrolle spielte.