Bürgermeister im Münsterland kämpfen um Gymnasien: Brief an Schulministerin


Schüler an einer Ganztagsschule in Kassel.
Schüler an einer Ganztagsschule in Kassel.
(Foto: dpa)


Düsseldorf/Ascheberg - Schulministerin Sylvia Löhrmann stößt mit ihren Schulplänen im Münsterland auf Widerstand. In einem gemeinsamen Positionspapier warnen die Bürgermeister von zehn Städten aus der Region: Die Einführung von Gemeinschaftsschulen mit gymnasialem Standard gefährde die bestehenden Schulstrukturen.

Die für die Gymnasien in den Mittelzentren erforderlichen Schülerzahlen könnten nicht mehr ohne weiteres erreicht werden, befürchten die Kommunalpolitiker in ihrem Schreiben an Löhrmann.


Die Bürgermeister der Städte Ahlen, Beckum, Borken, Coesfeld, Greven, Lüdinghausen, Ochtrup, Oelde, Steinfurt und Warendorf haben sich zu dem gemeinsamen Schritt entschlossen, weil sie einen Kannibalisierungs-Effekt befürchten. Der demografische Wandel gehe auch an ihren Städte nicht vorbei, der Schülerrückgang treffe die örtlichen Schulen doppelt.

Die Stadt Coesfeld lehnt darum die Billerbecker Pläne für eine Gemeinschaftsschule ab. Die Stadtoberhäupter erkennen gleichwohl das Interesse kleinerer Kommunen an, mit der Fusion von Haupt- und Realschulen ein eigenes Angebot aufrecht zu erhalten.

„Wir erwarten nicht, dass sich die Kommunen untereinander einigen“, betont eine Sprecherin des Düsseldorfer Schulministeriums. Die Landesregierung und die Regierungspräsidenten prüfen alle Einwände aus den Nachbarorten einer Region. Sie bekräftigte zugleich, dass nur das Ausbleiben von pendelnden Schülern als Gegenargument nicht ausreiche, weil das Prinzip der kurzen Wege für die Kinder meist schwerer wiege. Ein „Schul-Kannibalismus soll verhindert werden“.

Genau den befürchtet aber der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Sternberg. Es müsse darum überregionale Planungen geben. Der münsterische Politiker schlägt darum einen Kreis-Schulentwicklungsplan vor.

Der Rat der Gemeinde Ascheberg hatte am Donnerstag die Auflösung der städtischen Haupt- und Realschule beschlossen. Die neue Gemeinschaftsschule soll im Schuljahr 2011/2012 an den Start gehen.



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