Münster - Ricarda Daab und ihr Mann Andreas müssen sich für ihr „Jubiläumstreffen“ in diesem November einen neuen Ort suchen. Im „Schwarzen Schaf“ haben sie sich kennengelernt, später machte Andreas Ricarda dort den Heiratsantrag. Jetzt hofft das Paar, dass das „Schaf“ zum nächsten Jahrestag wieder geöffnet hat.
Wann am Alten Fischmarkt wieder Party ist, darüber herrschte am Dienstag, am Tag nach dem Brand der Diskothek, Unklarheit. Martin Dreyer, Eigentümer der Immobilie, ist „ehrgeizig“, wie er sagt: „Wenn die Brandursache erst geklärt ist, können wir aufräumen und sehen, was vielleicht noch zu retten ist.“ Mit einem Wiedereröffnungstermin tut sich der Inhaber des gleichnamigen Getränkehandels und als solcher auch Lieferant im „Schaf“ schwer. „Karneval wäre ein schöner Termin“, so Dreyer.
Nach dem Schock am Montagmorgen gab es am Dienstag erst einmal beruhigende Nachrichten. Die Statik des Gebäudes ist durch das Feuer mit enormer Hitze-Entwicklung nicht beeinträchtigt, sagt Polizeisprecher Jan Schabacker. Nach erster intensiver Spurensuche konnte die Polizei bislang noch nicht die Ursache für den Brand im Schwarzen Schaf feststellen. Anhaltspunkte für eine Brandstiftung lägen bisher nicht vor. Auch die Räume in den oberen Etagen können uneingeschränkt genutzt werden. Am Dienstag wurde dort noch kräftig gelüftet.
Dass manche Nachbarn des „Schafs“, in der Vergangenheit genervt vom Lärm der Disco-Gäste, sich nun erst mal über die Ruhe freuen, ist ein Gerücht, das am Tag nach dem Brand niemand bestätigt. Nachbar Karl Lutterberg, Eigentümer des Neben-Hauses, das das Lokal „Bullenkopp“ beherbergt, hofft, dass die Schäden im „Schaf“ nicht allzu groß sind.
Auch die Betreiber anderer Diskotheken in Münster äußerten am Dienstag ihr Mitgefühl mit den Kollegen des „Schafs“. Steffi Stephan war „entsetzt“, als er aus der Zeitung von dem Brand erfuhr. „Das hat mir für den Kollegen unheimlich leidgetan.“ Er selbst musste das „Jovel“, damals noch am Standort Germania-Brauerei, vor Jahren ebenfalls nach einem Feuer schließen - allerdings nur für eine Woche. Das „Schaf“ dürfte für eine deutlich längere Zeit die Türen schließen.