Höhenbegrenzung

185 Meter hohe Windräder?


Ganz schön riesig: Es erscheint nicht unmöglich, dass auf Drensteinfurter Gebiet künftig deutlich höhere Windräder errichtet werden als bisher.
Ganz schön riesig: Es erscheint nicht unmöglich, dass auf Drensteinfurter Gebiet künftig deutlich höhere Windräder errichtet werden als bisher.


Drensteinfurt - Die Stadtverwaltung scheint in Zukunft deutlich höherer Windkraftanlagen genehmigen zu wollen als bisher. Waren in der Diskussion um die Aufhebung der Höhenbegrenzung von 100 Metern zunächst 140 bis 150 Meter im Gespräch, so wird in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am Montag über die Vorzüge von 185-Meter-Windrädern berichtet.

Der Bauausschuss hatte Anfang Dezember Windkraftanlagen in Rhede besichtigt, um einmal den Größenunterschied verschiedener Windräder auf sich wirken zu lassen. Anlagen von 182, 139 und 100 Metern Höhe stehen dort. „Die Besichtigung vor Ort hat deutlich gezeigt, dass die Anlagen mit ihrer Höhe ganz unterschiedlich wirken“, heißt es in der Vorlage. Aus zwei bis drei Kilometern Entfernung seien die Windräder sichtbar gewesen, wobei die höchste Anlage viel früher wahrgenommen worden sei. „Dieser Eindruck änderte sich jedoch, je näher man den Anlagen kommt. Der optische Eindruck gleicht sich an, sobald man sich direkt in der Nähe der Anlagen befindet.“ Es scheine so, als wenn die Höhen identisch seien. „Insgesamt entstand der Eindruck, dass eine Höhenentwicklung bis 185 Meter vertretbar ist“, heißt es in der Vorlage weiter. Ein ausreichender Abstand zur Wohnbebauung müsse aber eingehalten werden.


Ein Vorteil sei, dass größere Anlagen auch leistungsfähiger seien. „Eine 185-Meter-Anlage hat im Verhältnis zu einer 150-Meter-Anlage eine höhere Leistung von rund 15 Prozent“, schreibt Bauamtsmitarbeiter Werner Rohde. Wegen des höheren Abstandes zueinander und wegen eines höheren Abstandes zur Wohnbebauung würden größere Anlagen aber dazu führen, dass weniger Anlagen untergebracht werden könnten.

Das optische Erscheinungsbild sei maßgeblich davon abhängig, dass einheitliche Anlagenhöhen und -typen entstünden, so die Verwaltung. „Es empfiehlt sich daher, einen Korridor der Höhenentwicklung von zum Beispiel 170 bis 185 Meter vorzugeben.“

Die Stadt möchte aber am Prinzip der Konzentrationszonen festhalten. Das Büro Tischmann und Schrooten soll beauftragt werden, das gesamte Stadtgebiet anhand eines Kriterienkatalogs zu überprüfen, um alle für Windkraft geeigneten Flächen zu ermitteln. In der Bauausschusssitzung am 23. April sollen die Ergebnisse vorgelegt werden. Im März ist eine Bürgerversammlung geplant, bei der die Bürger über das Thema „Windkraft in Drensteinfurt“ ausführlich informiert werden sollen.

Im Gespräch ist weiterhin, einen sogenannten Bürgerwindpark zu schaffen. Darunter sind Windfarmen zu verstehen, an denen sich die ortsansässigen Bürger konzeptionell und finanziell beteiligen können. Ob und wie das geschehen könnte, ist noch offen.

VON STEFAN KROES, DRENSTEINFURT


29 · 01 · 12





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