Frost lässt Kanäle zufrieren

Eiskeller Münsterland


Auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Rheine-Altenrheine macht Eisbrecher E 1551 am Dienstagmittag noch Platz für die letzten Binnenschiffe, dann war um 14 Uhr Schluss. Seitdem ging dort nichts mehr.Foto:
Auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Rheine-Altenrheine macht Eisbrecher E 1551 am Dienstagmittag noch Platz für die letzten Binnenschiffe, dann war um 14 Uhr Schluss. Seitdem ging dort nichts mehr.Foto:
(Sven Rapreger)


Münster/Dortmund - Die Münsterländer hatten gestern mit der kältesten Nacht in drei Jahren zu kämpfen. Am härtesten trifft der Dauerfrost die Binnenschifffahrt.

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal wurde der nördliche Streckenabschnitt zwischen Rheine und Papenburg gestern Nachmittag gesperrt. Vermutlich wird heute auch noch die Strecke von Bergeshövede Richtung Münster unpassierbar. Auf dem gesamten Dortmund-Ems-Kanal waren gestern drei Eisbrecher in Aktion. Ähnlich war die Situation auf dem Mittellandkanal. „Es fährt so gut wie kein Schiff mehr. Die Eisdecke wächst“, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden mit.


Der Frost sorgt derzeit landesweit für fast sibirische Temperaturen: Der eisige Spitzenwert von minus 22,3 Grad wurde in Nettersheim in der Eifel gemessen, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Schmallenberg im Sauerland erreichte minus 21,1 Grad. Heute und morgen sollen die Temperaturen etwas ansteigen, bevor sie dann wieder richtig in den Eiskeller sacken. Bundesweit lagen die Spitzenwerte um die minus 25 Grad.

Der ungewöhnlich kalte Winter setzt auch den Autofahrern erheblich zu: „Leere Batterien, streikende Dieselmotoren - die Großzahl der Einsätze bringt die Pannenhelfer an die Grenze der Belastbarkeit“, sagte ADAC-Sprecher Christian Buric. Allein am Montag zählte der Automobilclub bis zu 9000 Anrufe innerhalb von 15 Minuten. Mehr als 27 100 Mal musste die Helfer an diesem Tag ausrücken - die dritthöchste Zahl in der Geschichte des ADAC. Auch bei den Heizungsbauern stehen derzeit die Telefone nicht still. Defekte Anlagen, zugefrorene Leitungen - viele Haushalte sitzen im Kalten.

Probleme fürchtet auch die Feuerwehr. Gronaus Stadtbrandinspektor Günter Meyer ist dankbar, dass seine Leute in den vergangenen Tagen nichts löschen mussten: „Im Einsatzfall müssen wir das Wasser dauerhaft fließen lassen, sonst friert es im Tank, in Pumpen und Schläuchen ein.“



07 · 02 · 12





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