20 Jahre Mauerfall: Freude und Nostalgie im Ausland

Hamburg - Die Mächtigen der Welt treffen sich in Berlin - doch auch an vielen anderen Orten rund um den Globus gedenken die Menschen des Mauerfalls vor 20 Jahren. Zur größten Feier im Ausland werden an diesem Montagabend tausende Franzosen auf der Pariser Place de la Concorde erwartet. Eine Licht- und Tonschau soll per Live- Schaltung mit dem Festakt in Berlin verknüpft werden.

In der deutschen Hauptstadt wird Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gemeinsam mit Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten, Russlands Präsident Dmitri Medwedew und US-Außenministerin Hillary Clinton das historische Jubiläum feiern.


Der russische Regierungschef Wladimir Putin äußerte sich unterdessen vor laufender Kamera zu seiner Zeit als KGB-Offizier in Dresden. Er denke mit einer gewissen Nostalgie an die DDR zurück. „Ich erinnere mich noch heute an die Wärme und Herzlichkeit (in Ostdeutschland)“, sagte Putin in einem vorab veröffentlichten Interview des russischen Fernsehsenders NTW, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte. Deutschland habe sich aber nach der Wiedervereinigung gut entwickelt, und die Beziehungen des Landes mit Russland stünden auf einer guten und neuen Basis, unterstrich der Ex- Kremlchef. „Insofern ist ein Gefühl der Nostalgie zweitrangig.“

Rund 100 Künstler, Sänger und Musiker werden auf der Place de la Concorde künstlerisch den Weg von der Teilung Europas hin zur Wiedervereinigung aufzeigen. Auch in London und Los Angeles stehen die Feierlichkeiten zum Mauerfall im Zeichen der Kunst. In der kalifornischen Metropole sollte am Sonntag (Ortszeit) beim „Wall Project“ mit aus Berlin importierten Mauerblöcken eine 25 Meter breite, von über einem Dutzend Künstlern und Graffiti-Malern verzierte Mauer errichtet werden. Später soll sie wieder eingerissen werden.

Begleitend zu dem Spektakel berichteten in Frankreich die Fernsehsender fast rund um die Uhr mit Rückblicken, Zeitzeugen- Interviews und Analysen über das historische Ereignis. Auch in den USA flimmerten historische Bilder aus dem Jahr 1989 über die Bildschirme, ausgestrahlt etwa vom Nachrichtensender CNN.
In London ziehen die britische Künstlerin Manon Awst und ihr Kollege, der gebürtige Dresdner Benjamin Walther, vor der Deutschen Botschaft auf dem Belgrave Square eine 3,5 Meter hohe Eis-Mauer auf. Im Laufe des Montags wird das Kunstwerk nach und nach schmelzen. Damit soll gezeigt werden: Grenzen können überwunden werden.

Auch anderswo sollen Mauern symbolisch einstürzen. In der serbischen Hauptstadt Belgrad entsteht eine 40 Meter lange und drei Meter hohe „Berliner Mauer“ aus Pappe, die dann fallen soll. Ähnliche Aktionen sind in Warschau und Madrid geplant. Im polnischen Parlament ist seit Freitag eine Ausstellung zum Fall der Berliner Mauer zu sehen.

Dutzende von Ausstellungen, Installationen, Spektakel und Debatten sind allein in der italienischen Hauptstadt Rom geplant. In enger Zusammenarbeit unter anderem mit dem Goethe-Institut und der deutschen Botschaft wird am Montag zentral an der Spanischen Treppe im Herzen der Ewigen Stadt gefeiert: am Vormittag mit einer multimedialen Installation zum Mauerfall und am Abend mit einer „Event-Performance“.

In einigen Städten gerieten die Feierlichkeiten zu einer Hommage für den in Deutschland schon fast vergessenen DDR-„Volkswagen“ Trabant. So gab es in Bulgariens Hauptstadt Sofia eine Trabi-Parade zur deutschen Botschaft. Auch in Den Haag und in den USA versammelten sich Nostalgiker mit Autos aus der früheren DDR.



08 · 11 · 09





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