Münster - Zweieinhalb Monate nach dem Feuer im „Schwarzen Schaf“ ist noch immer nicht absehbar, wann die beliebte Diskothek am Alten Fischmarkt wieder ihre Pforten öffnen wird. Betreiber Christoph Hartig hatte zunächst gehofft, dass die Folgen des Brandes pünktlich zu den umsatzträchtigen Karnevalstagen wieder vollständig beseitigt sein werden. Doch das ist nicht der Fall. „Auf der Baustelle herrscht Stillstand“, kritisiert Hartig.
In der Tat: Kein einziger Bauarbeiter war am Donnerstagvormittag in dem bis auf die nackten Wände zurückgebauten „Schaf“ zu sehen, wo derzeit so gar nichts daran erinnert, dass sich hier einmal einer der beliebtesten Clubs der Stadt befand. Warum die Sanierung nicht schneller vorangeht, dazu konnte Hartig nichts sagen.
In der Nachbarschaft des geschichtsträchtigen Sandsteingebäudes ist allerdings zu hören, dass die Immobilie möglicherweise demnächst den Besitzer wechseln könnte und der aktuelle Inhaber, Martin Dreyer, daher bei der Sanierung keine besonders große Eile habe. Dreyer selbst war bis gestern Abend nicht telefonisch zu erreichen.
Isabella Lohmann, deren Familie derzeit direkt gegenüber das 40-Millionen-Projekt „Alter Fischmarkt“ realisiert und die als Kaufinteressentin für das „Schwarze Schaf“ gilt, betonte gestern: „Es könnte sein, dass wir irgendwann Interesse an dem Gebäude haben. Im Moment ist das allerdings kein Thema.“
Umso mehr ist es für die „Schaf“-Fans Thema, wann ihr Club wieder aufmacht. „Wir werden mit Anfragen bombardiert“, so Hartig, der für die noch ausstehenden Bauarbeiten einen Zeitraum von zwölf Wochen kalkuliert.
Im Klartext: Frühestens im Mai kann im „Schaf“ wieder gefeiert werden.