Heiden (kpg). „Die Ludolfs entdecken einen Autofriedhof mit Schätzen aus den 50er Jahren“ - dieser Hinweis war am Wochenende in der Westmünsterlandhalle in Heiden zu lesen. Angebracht war er an einem Modell mit Figuren, Bäumen und Fahrzeugen aus Plastik, die eine Szene der Fernsehserie „Die Ludolfs“ darstellten. Zu sehen waren diese und viele andere Modelle im Rahmen der zweiten Euro-Model-Expo, die am Samstag in Heiden stattfand.
So wie sich die Ludolfs „als die vier Männer vom Schrottplatz“ auf dem Sender DMAX hauptsächlich an das männliche Publikum richten, waren fast nur Männer auf der Ausstellung - dies gilt für Aussteller und Besucher. Viele der Flugzeug-, Schiffs-, Figuren- und Fahrzeugmodelle waren militärischer Art.
Aber auch andere Modelle wurden gezeigt, so stand ein „Eurocopter EX-135 P“ besser bekannt als Christoph 16 des ADAC in der Nähe eines mittelalterlichen Trosses.
Was bei allen Modellen überzeugte: Die Liebe zum Detail und Kreativität bei der Umsetzung der Werke. Reinhold Düsterhues präsentierte an seinem Stand verschiedene Raumschiff-Enterprise Modelle. Mit einem gewissen Stolz erklärte er den interessierten Besuchern die Details der besonderen Werke: „Irgendwann war mir der Militärbau zu langweilig, da habe ich das Thema Enterprise für mich entdeckt.“ Viel Zeit hat er in die Modelle investiert.
„Irgendwie ist man auch Künstler. Man muss auch viele Details recherchieren, das macht richtig Spaß“, so der Darmstädter.
Insgesamt 40 Händler und 38 Clubs füllten die Westmünsterlandhalle, da wurde jede verfügbare Fläche der Halle genutzt. So präsentierten die Mitglieder des Wettringer Modellbauforums ihre Modelle in einem der Geräteräume. Zwischen den Lkw-Modellen auf den Tischen und Hüpfbällen im Hintergrund diskutierten die Modellbauer intensiv über Modellbau-Tricks.
Familie Kolks begutachtete begeistert das Modell eines Sport-BMW. „Es ist schon interessant, wie viel Arbeit darin steckt“ bemerkte Norbert Kolks. Auf die Frage, welche Fahrzeuge besonders interessieren, antwortete seine Frau Bärbel: „Mein Mann eher für die Militärfahrzeuge, ich und die Kinder eher für die anderen Modelle“.
Für den interessierten Besucher gab es auch Workshops, vom Bau historischer Modelle bis zur Airbrush-Technik mit Acrylfarben. Wer wollte, konnte sich mit Literatur und verschiedensten Modellen eindecken, um die Faszination Modellbau selbst zu erleben.