„Gemeinschaft statt Ego“


Erhoffen sich vom geplanten Outdoor-Training positive Impulse für das Sozialverhalten der Schüler: Realschulleiter Heinz Wolberg (r.) und Sponsor Johannes Seifer.
Erhoffen sich vom geplanten Outdoor-Training positive Impulse für das Sozialverhalten der Schüler: Realschulleiter Heinz Wolberg (r.) und Sponsor Johannes Seifer.
(Foto: js)


Gescher. Gemeinsam Abenteuer bestehen, Teamgeist entwickeln, sich gegenseitig helfen, Herausforderungen meistern - diese Erfahrungen werden 50 Jugendliche von Real- und Hauptschule am Samstag (9. 5.) machen. Sie nehmen an einem Outdoor-Training der Naturerlebnisschule Nießing in Raesfeld teil. „Gemeinschaft statt Ego“ lautet das Motto des schulübergreifendes Projektes, das Schüler stark machen will. Die Schulleiter Heinz Wolberg (Realschule) und Michael Roters (Hauptschule) sind froh, dass es dieses Angebot gibt - es passe genau in das Erziehungskonzept der Schulen.

Für die Schüler ist die Teilnahme kostenlos. An der Finanzierung (knapp 2000 Euro) sind der Freundeskreis der Realschule, der Förderverein der Hauptschule, der Kreis Borken und der Getränkehandel Seifer beteiligt. Für Johannes Seifer war der schreckliche Amoklauf in Winnenden der Auslöser, sich zu engagieren. „Schüler müssen lernen, dass Gewalt keine Lösung sein kann“, findet er und suchte Kontakt zur Stadtverwaltung. Das Ergebnis ist die Fahrt nach Raesfeld am Samstag.


„Das Outdoor-Training ist eine tolle Sache“, findet Wolberg. Es vermittle genau die Kompetenzen, auf die der Unterricht an der Realschule und das Schulfach „Soziales Lernen“ abzielten. Es gehe nicht vorrangig um die Verhinderung von Amokläufen, sondern um Konfliktbewältigung und „einen vernünftigen Umgang miteinander“. Selbstverständlich, so Wolberg, seien die Ereignisse von Winnenden nach der Tat im Unterricht thematisiert worden. Eine Woche danach hätten sich Lehrer und ein Polizist als Gesprächspartner zur Verfügung gestellt. Von den Schülern seien etliche Anregungen gekommen, etwa zu Sicherheitsaspekten. Nach Winnenden hat auch Michael Roters an seiner Schule „hochsensible Schüler“ wahrgenommen. Im Unterricht sei über diese Ereignisse gesprochen worden, und es habe eine Gedenkminute gegeben. An der Hauptschule liefen schon seit Jahren viele Projekte in Richtung Teamfähigkeit.

Aus den 8. bis 10. Klassen kommen die Schüler, die Samstag nach Raesfeld fahren. Sie werden besondere „Selbst- und Sozialerfahrungen“ machen, weiß Anja von dem Berge, bei der Stadt für die Schulverwaltung zuständig. In Teams durchlaufen die Schüler verschiedene Stationen. Zu den Aufgaben zählen Floßbau, Hochseilelemente, Klettern und andere Teamaufgaben. Nach jeder Aktion folgt eine kurze Reflexion. Ein eingeschobenes Picknick und ein Geländespiel mit der Großgruppe stehen auf dem Programm. Und zum Abschluss gestalten die Schüler ein Wald-Kunstwerk zum Thema „Gemeinschaft statt Ego“. Diese Erfahrungen sollen sie dann in den Alltag tragen.



06 · 05 · 09




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