Auf dem Weg zur Gesamtschule?

Gescher. Bei der Entwicklung der Schullandschaft in Gescher gibt es ein erstes Zwischenergebnis. Nach Informationen unserer Zeitung empfiehlt die Arbeitsgruppe aus Experten von Haupt- und Realschule die Gründung einer Gesamtschule. Diese Schulform, die auch eine Oberstufe vorsieht und somit zum Abitur führt, könnte frühestens zum Schuljahr 2013/2014 an den Start gehen. Erste Beigeordnete Sabine Kucharz bestätigte auf Anfrage, dass es ein "vorläufiges Arbeitsergebnis" gebe, mit dem sich der Schulausschuss der Stadt am 7. März befassen werde. Einzelheiten könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitteilen, da mit allen Beteiligten Stillschweigen vereinbart worden sei. Sie gehe aber davon aus, dass der Grundsatzbeschluss für eine neue Schulform bereits in dieser März-Sitzung gefasst werde.

Im Mai 2011 haben Politik und Verwaltung den Prozess für ein verändertes Konzept für die weiterführenden Schulen in Gescher auf den Weg gebracht. Zwei Gremien, eine Steuerungsgruppe und eine Arbeitsgruppe, sind gebildet worden. Die eigentliche Konzeptentwicklung war Aufgabe der Arbeitsgruppe, die mit jeweils sieben Mitgliedern der Lehrerkollegien besetzt ist. In mehreren Sitzungen unter der Leitung des externen Moderators Professor Bernd Zymek ist diese Gruppe zu dem Schluss gekommen, dass eine Gesamtschule die besten Bedingungen für schulisches Lernen in Gescher bietet. Beide Lehrerkollegien stehen offenbar mit großen Mehrheiten hinter dieser Empfehlung. Offiziell hierzu Stellung nehmen wollte Michael Roters (Hauptschule) noch nicht, Heinz Wolberg (Realschule) war gestern für ein Statement nicht zu erreichen.


Im Kern ging es bei den bisherigen Beratungen darum, ob Gescher Richtung Sekundarschule oder Richtung Gesamtschule marschiert. Beide Schulformen können von allen Kindern besucht werden und ermöglichen längeres gemeinsames Lernen, was dem Wunsch vieler Eltern entspricht, die Bildungswege ihrer Kinder länger offen zu halten. Der wesentliche Unterschied: Die Gesamtschule führt nach 13 Jahren zum Abitur (nicht nach zwölf Jahren, wie das Gymnasium), die Sekundarschule hat keine eigene Oberstufe.

Die räumlichen Voraussetzungen für eine neue Schulform am Borkener Damm sind gut. Eine Gesamtschule muss mindestens vierzügig sein - nach den Zahlen des aktuellen Schulentwicklungsplanes würden sich in Gescher sogar fünf bis sechs Eingangsklassen bilden lassen. Durch den Mensa-Neubau an der Don-Bosco-Schule sind auch die Voraussetzungen für den Ganztags-Unterricht gegeben.

Sollte die Gesamtschule in Gescher tatsächlich zum Schuljahr 2013/14 kommen, würde es im Schulzentrum für eine Übergangszeit drei Schulformen parallel geben. Die bis dahin an Haupt- und Realschule unterrichteten Schüler würden ihre Laufbahnen planmäßig fortsetzen können, bis beide Schulen sechs Jahre später ausliefen. Die Klärung weiterer Detailfragen will die Verwaltung bis zum 7. März leisten.



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