Gescher. Die Testphase geht in den Endspurt. Wie bewerten Geschäftsleute, die sich beteiligt haben, das Angebot, ihre Läden zumindest am Donnerstag, dem Markttag, über Mittag geöffnet zu halten? Einige sind darüber hinaus gegangen und verzichten ganz auf eine Schließung in den Mittagsstunden. Welche Zwischenbilanz ziehen sie? Diese Fragen will das Stadtmarketing-Team auf einer Sitzung beantworten, zu der es die Geschäftsleute am Mittwoch (8..2.) um 19 Uhr ins Hotel Tenbrock einlädt.
Geschers Ladenbetreiber hätten zur Unterstützung ihres Modellversuches noch aktiver in die Werbung einsteigen sollen. Dieses Zwischenfazit zieht Franz van Üüm als Geschäftsführer des Stadtmarketings. Dass die Öffnungszeiten über Mittag nicht wie gewünscht angenommen wurden, lässt er zwischen den Zeilen durchblicken. Allerdings habe er noch nicht mit allen Geschäftsleuten sprechen können, schränkt van Üüm ein. Für eine weitere Ausweitung der Ladenöffnungszeiten - auch in die Abendstunden hinein - sieht van Üüm derzeit "keine Spielräume". "Was wir bisher in der Testphase angeboten haben, war ohnehin nur in einem Kraftakt zu erreichen."
"Keinen Idealzustand" nennt Reiner Böwing als Vorsitzender von Pro Gescher die bisherige Situation. Aus der Testphase müsse man jetzt Schlüsse ziehen, fährt er mit Blick auf den 8..2. fort. Er persönlich würde sich wünschen, dass Geschers Geschäftswelt neben dem Donnerstag an einem weiteren Tag der Woche die Ladenlokale mittags offen halte. Zum zweiten sollten die Geschäfte wenigstens an einem Tag der Woche mindestens bis 20 Uhr geöffnet bleiben, meint Böwing.
Eine Mehrheit für diese Vorschläge zu finden, werde sicher schwierig, ist er realistisch. "Aber die Zukunft wird zeigen, dass da was kommen muss."
Zu ähnlichen Einschätzungen gelangt Thomas ten Winkel, Vertriebsleiter der K.+.K-Märkte für das Gebiet Gescher. Einen "enormen gesellschaftlichen Wandel" beobachtet er im Einkaufsverhalten der Kunden: "Das verlagert sich immer mehr in die Abendstunden." Man werde hier das Rad nicht zurückdrehen können. Der Verbraucher habe längst entschieden, so ten Winkel.