Internet wird in Häuser gefunkt


Thomas Haveresch (l.) und Patrick Nettels zeigen den Funkmast mit den Internet-Antennen. Foto: Daniel Peters
Thomas Haveresch (l.) und Patrick Nettels zeigen den Funkmast mit den Internet-Antennen. Foto: Daniel Peters


Hochmoor. Ein geheimer Militärstützpunkt ist nicht auf Bünings Käsehof entstanden. Auch wenn der etwa 20 Meter hohe Mast, der auf der dahinter liegenden Wiese steht, den Eindruck erwecken könnte. Zwar gehörte das Metallgerüst durchaus einmal der Bundeswehr, doch die beiden beinahe unscheinbaren Antennen an der Spitze verfolgen einen ganz zivilen Zweck: Schnelles Internet für Hochmoor.

Thomas Haveresch von der Firma GigaDSL hat den Funkmast dort aufgebaut. "Große Teile von Hochmoor haben bisher nur DSL ,light`", sagt er. Höchstgeschwindigkeit ist also eine Übertragungs-Rate von 384 Kilobits pro Sekunde. Die Antennen-Lösung kann derzeit DSL 17.000 liefern. Auch Telefonie ist möglich. "Bis Ende des Jahres werden noch höhere Bandbreiten möglich sein", sagt Patrick Nettels, Gesellschafter der Firma Kabelfrei GmbH, die sich um die Technik im Hintergrund kümmert. Ziel sei es, Hochmoor mit DSL 50.000 auszustatten. Damit könnte dann etwa eine zehn Megabyte große Datei in weniger als zwei Sekunden übertragen werden. Mit den vorhandenen Leitungen würde das mehr als zwei Minuten dauern.


Nutzen kann die Technik jeder, der auf Sichtkontakt mit der Antenne wohnt. Das treffe auf so gut wie jedes Dach in Hochmoor zu, sagt Nettels. Bei potentiellen Kunden, die das Angebot nutzen möchten, aber keine Sichtverbindung haben, könne es unter Umständen auch möglich sein, eine Unterverteilung über weitere Antennen aufzubauen. Bereits mit Internet versorgt wurden durch dieses Prinzip die Bauerschaften Pröbsting und Estern.

Das Thema Strahlung ist nach Ansicht von Nettels nur von geringer Bedeutung. "Die ist nicht stärker als die, die von jeder W-Lan-Box ausgeht", sagt er. Sein Beispiel: Ein Handy Signal könne man auch im Keller empfangen, das Signal vom Mast nicht.

Was natürlich nicht heißt, dass es im Keller kein DSL gibt. An das Haus wird eine kleine Antenne angebracht, die das Signal des Masten empfängt. Über einen Router wird das Internet im Haus verteilt. Die Antenne am Käsehof bekommt ihr Signal übrigens auch aus der Luft - aus Gescher. Dort steht eine weitere, die mit dem ausgebauten Netz verbunden ist und das Signal weiter funkt.

Bereits im Vorfeld habe es mehrere Anfragen gegeben. Verträge wurden allerdings nicht geschlossen. "Das ist ein gutes Produkt, das verkauft sich", so Nettels. Es sei nur ein geringes Risiko gewesen, das Haveresch mit der Investition eingegangen sei. Der versichert, dass das Internet ohne große Wartezeit einzurichten sei: "Die entsprechenden Geräte habe ich vorrätig, die kann der Kunde gleich mitnehmen." Es mache einen riesigen Spaß, eine eigene Telefongesellschaft aufzubauen, so der Unternehmer. | gigadsl.de



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