"Arbeiten ist echt anstrengend"


Robin und Hendrik zeigen stolz ihre selbst gefertigten Uhrobjekte. In einem Auswertungsgespräch mit jedem Jugendlichen und seinen Eltern erhalten diese Rückmeldungen zu den Tätigkeiten, die die Schüler im Projekt "Startklar" testen konnten.
Robin und Hendrik zeigen stolz ihre selbst gefertigten Uhrobjekte. In einem Auswertungsgespräch mit jedem Jugendlichen und seinen Eltern erhalten diese Rückmeldungen zu den Tätigkeiten, die die Schüler im Projekt "Startklar" testen konnten.


Gescher. Kompetenzen feststellen und sich orientieren: Das ist die Aufgabe der ersten Phase des Projektes "Startklar! - Mit Praxis fit in die Ausbildung in Nordrhein-Westfalen", an der jetzt alle Schüler der Klassen 8 der Don-Bosco-Hauptschule teilnehmen. Jeder habe in einer zweitägigen Potentialanalyse mit Mitarbeitern der Berufsbildungsstätte Ahaus in der Schule berufsübergreifende Aufgaben gelöst, heißt es in einer Mitteilung der Schule. Diese Aufgabenstellungen gaben Aufschluss über die Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Schlüsselqualifikationen.

Danach ging es an die praktische Erprobung in zwei verschiedenen Berufsfeldern. Eine Woche lang haben sich 63 Jugendliche an praktischen Berufstätigkeiten in den Werkstätten der Berufsbildungsstätte (BBS) in Ahaus geübt. Die Achtklässler wurden dabei von Meistern angeleitet. Zur Auswahl standen kaufmännische Berufe, Holzbearbeitung, Schweißen/Metallbearbeitung, Bauberufe, Maler/Lackierer, Friseur/Kosmetik, Elektrotechnik, Kfz-Berufe sowie Gesundheits- und Pflegeberufe.


Als wichtige Erfahrung fasst Schülerin Christin ein Ergebnis dieser Woche zusammen: "Ich habe gemerkt, dass Arbeiten echt anstrengend ist!" Trotzdem bewerteten die Jungen und Mädchen diese Woche durchweg positiv, denn " so etwas mache ich ja nicht jeden Tag", meinte Yannick. "Im Elektrobereich haben wir Löt-Übungen durchgeführt , eine Platine bestückt und Verlängerungskabel angefertigt; im Holzbereich habe ich nicht nur ein Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel gebaut, sondern noch einen Handy-Halter und einige andere Objekte. Alles war klasse!"

Genauso wichtig ist die Erkenntnis, welche beruflichen Tätigkeiten nicht gefallen: Kevin zieht sein Fazit: "Ich habe Tätigkeiten im kaufmännischen und Pflegebereich kennen gelernt. Jetzt weiß ich, dass ich mir in diesen Berufen im nächsten Schuljahr keinen Praktikumsplatz suchen werde."

Es folgen noch einmal vier Tage im Mai, an denen die Schüler zwei weitere Berufsfelder entdecken werden. "Nach diesem praktischen Erproben in vier Berufsbereichen, einem Berufswahltest und Internetrecherchen zu regionalen Ausbildungsstellen erfolgt abschließend ein Auswertungsgespräch mit jedem Jugendlichen und seinen Eltern über Beobachtungen zu Tätigkeiten, Neigungen, Eignungen und Entwicklungspotenzialen", erklärt Christa Ganten als zuständige Fachbereichsleiterin für Berufsorientierung. "Alle Überlegungen zum Wunschberuf sollen dann in die Wahl einer Stelle für das dreiwöchige Schülerbetriebspraktikum einfließen: Eine weitere Gelegenheit die Vorstellung vom Traumberuf mit der Wirklichkeit abzugleichen."

Schulleiter Michael Roters beschreibt die Zielsetzung: "Unsere Schule ist seit Jahren sehr an einem erfolgreichen Anschluss der Schüler in eine Ausbildung interessiert und nimmt nun bereits im zweiten Durchgang am Projekt "Startklar" teil. Angestrebt wird eine individuell passgenaue Berufsorientierung, die möglichst nahtlos in eine duale Ausbildung mündet."



15 · 02 · 12





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