Innenstadt: Vorschläge noch "unausgegoren"

Gescher. Unzufrieden mit der Vorarbeit der Verwaltung zeigte sich der Bauausschuss, als es um die Fortführung der Innenstadtsanierung ging. "Nicht entscheidungsreif", lautete das Urteil der Politik nach längerer Diskussion. Insbesondere das Provisorium mit einer Schwarzdecke an der Marienstraße und die Ideen für einen neuen Brunnenplatz wurden hinterfragt. Für die nächste Sitzung im März will die Verwaltung ein neues Unterlagen-Paket schnüren. "Da bekommen Sie mehr zu lesen", versicherte Bürgermeister Hubert Effkemann.

Mit Plänen und Animationen untermauerte Planer Frank Baumgarten, was die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Demnach sollte 2012 die Armlandstraße zwischen Eisdiele und Glashaus saniert werden. Gleichzeitig sollte die Marienstraße für eine Übergangszeit asphaltiert werden, um sie als Zuwegung für Baufahrzeuge herzurichten. 2013 könnte dann entweder der Brunnenplatz oder das westliche Teilstück der Hauptstraße neu gestaltet werden. Baumgarten zeigte, wie das jeweils aussehen würde. Im Mittelpunkt standen dabei Ideen für den Brunnenplatz. Er favorisierte eine abgesenkte Ebene mit Stufenanlage, Wasserspiel und zwei Hochbeeten mit Einzelbäumen. Für den gegenläufig geführten Verkehr gäbe es nur noch eine Fahrbahn vor Hänser-Diehl. Alternativ präsentierte Baumgarten einen ebenen Platz mit einem zentralen Baum. Die Kosten für den abgesenkten Platz bezifferte der Planer mit 360.000 Euro. Der ebene Platz ohne Wasserspiel wäre etwa 50.000 bis 60.000 Euro günstiger, so seine Auskunft auf Nachfrage von Christian Wellering (SPD).


Aus dem Ausschuss hagelte es Kritik. Die SPD lehnte die Ausgabe von 40.000 Euro für ein Provisorium an der Marienstraße ab und schlug deren vorrangige Sanierung als Pflasterstraße vor. Danach könnten Hauptstraße, Brunnenplatz und Armlandstraße gemacht werden. Claudia Saalmann (Grüne) lehnte die hohe Investition für einen "Luxusplatz" ab. Die jetzige Brunnenplatz sei schön - für wenige tausend Euro und mit etwas Pflege ließe sich hier viel erreichen. Die Grüne plädierte dafür, 2012 zuerst die Hauptstraße zu sanieren. Clemens Kösters (CDU) sagte, das Thema Brunnenplatz sei noch nicht so eilig. Die Argumente der Verwaltung zur Marienstraße könne er nachvollziehen. Gregor Kösters (UWG) bewertete die Informationen der Verwaltung dagegen als unzureichend und zu vage. Christian Rose (FDP) fragte nach Alternativen zur Schwarzdecken-Lösung.

Bürgermeister Hubert Effkemann verwies auf erheblichen Baustellenverkehr, der aufgrund von Straßensanierungen, Kircheneinrüstung und Büchereiumbau zu erwarten sei. Der Asphalt an der Marienstraße sei für eine Übergangszeit von zwei bis drei Jahren eine sinnvolle Lösung, um eine funktionale Zuwegung anzubieten. Effkemann verteidigte auch die Investition in den Brunnenplatz: Hier handele es sich um ein "Herzstück" in Gescher, dem eine höhere Bedeutung zukommen sollte.



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