Zusammen gegen die Sucht


Jugendliche, die zur Schnapsflasche greifen: Auch im Kreis Borken ist das ein Problem.
Jugendliche, die zur Schnapsflasche greifen: Auch im Kreis Borken ist das ein Problem.
(Foto: Colourbox)


-job- Kreis Borken. Jugendliche vor dem Fall in die Abhängigkeit von Drogen zu bewahren, ist eine wichtige Sache. Wie sich die einzelnen Behörden und Fachleute dabei gegenseitig unterstützen könne, das war gestern im Kreishaus Thema der Fachtagung „Jugend s(S)ucht Hilfe“, zu der der Landschaftsverband (LWL) in Zusammenarbeit mit dem Kreis eingeladen rund 100 Teilnehmer hatte. Wichtigstes Fazit: Weil Hilfesysteme wie Jugend- und Suchthilfe sich häufig getrennt voneinander um Problemgruppen kümmerten, müsse man mehr zusammenarbeiten.

Wie so was aussehen kann, das erläuterte Reinhild Wantia vom Fachbereich Gesundheit des Kreises am Beispiel des „KatertALK“. Bei diesem Projekt arbeiten Krankenhäuser, Kreis Borken und der SKM zusammen. Jugendliche, die nach einem Vollrausch im Krankenhaus landen, werden dabei - die Zustimmung der Eltern vorausgesetzt - binnen drei Tagen nach der Alkoholvergiftung zum Gespräch mit den Projektbeteiligten gebeten. Im Vorjahr hatten 16 der 33 im Bocholter Krankenhaus eingelieferten jugendlichen „Schnapsleichen“ das Gespräch gesucht. In diesem Jahr machen alle Krankenhäuser im Kreis mit - mit steigenden Gesprächszahlen.


Wie wichtig es ist, sich schon in Familien um das Thema Sucht zu kümmern, unterstrich Wantia mit Zahlen: So hätten Kinder aus Familien mit süchtigen Eltern ein sechsmal höheres Risiko, selbst den Drogen zu verfallen, als ihre Altersgenossen. Das Einstiegsalter für Alkoholkonsum liegt laut Wantia im Kreis bei 13,2 Jahren, was dem Landesschnitt entspricht. Und: Von 2002 bis 2008 hat sich die im Kreis Borken in Kliniken erfasste Zahl von Alkoholvergiftungen von Unter-21-Jährigen von 68 auf 192 fast verdreifacht.

Man dürfe beim Umgang mit den Thema nicht in Zuständigkeiten denken, empfahl auch Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, über Amtsgrenzen hinweg zu gucken. Im Kreis werde das bei vielen Gelegenheit getan, so Hörster mit Blick etwa auf das Frühwarnsystem in der Kinder- und Jugendhilfe.



14 · 07 · 10





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