Bildungspolitik nahm breiten Raum ein


Nach der Diskussion (v. l.): KAB-Bezirkssekretär Benedikt Kemper, Hubert Rottbeck (Kolpingsfamilie Raesfeld), Bernhard Schemmer, CDU, Marc Jaziorski, SPD, Norbert Vogelpohl, Grüne, und Josef Höbing (KAB St. Martin).
Nach der Diskussion (v. l.): KAB-Bezirkssekretär Benedikt Kemper, Hubert Rottbeck (Kolpingsfamilie Raesfeld), Bernhard Schemmer, CDU, Marc Jaziorski, SPD, Norbert Vogelpohl, Grüne, und Josef Höbing (KAB St. Martin).
(Foto: Eggert)


Raesfeld (geg). Ein volles Haus verzeichneten die KAB Raesfeld und Heiden sowie die Kolpingsfamilien Heiden, Raesfeld und Erle, die zu einer Podiumsdiskussion in die Festscheune Droste eingeladen hatte. KAB-Bezirkssekretär Benedikt Kemper freute sich, Marc Jaziorski, SPD, Bernhard Schemmer, CDU, und Norbert Vogelpohl, Bündnis 90/Die Grünen, zu begrüßen, die dem zahlreich erschienenem Publikum Rede und Antwort standen.

Die Bildungspolitik war ein Thema, das den ganzen Abend hätte füllen können. Dabei wurde das Thema Inklusion an den Schulen lange diskutiert. Dazu herrschte bei den Parteien Einigkeit, die da lautete: Der Elternwille müsse ein entsprechendes Gewicht bekommen. Und: „Förderschulen sind nach wie vor erforderlich und sollten vom Staat entsprechende Unterstützung erfahren.“


Hans-Dieter Strothmann, Vorsitzender der Schulpflegschaft an der Neumühlenschule, sagte: „Es darf kein entweder oder geben, sondern ein sowohl als auch.“ Er überreichte den Politikern eine Unterschriftenliste von den Eltern, die den Erhalt der Schule fordern. „Die Stärke einer Gesellschaft lässt sich daran messen, wie mit Schwächeren umgegangen wird“, sagte er.

Der Behauptung Bernhard Schemmers, Hauptschüler würden heute Arzthelferin oder Handwerker und Gymnasiasten Arzt und Unternehmer konnten die Anwesenden nicht folgen. „Ich bin Bürgermeister geworden und war auf der Hauptschule“, konnte es sich Andreas Grotendorst nicht verkneifen.

Jaziorski berichtete aber auch von einer Hoffnungslosigkeit, die bei Hauptschülern in großen Städten herrsche. Und Vogelpohl prangerte die vielen Fehlstunden an, in denen sich Schülerinnen und Schüler selbst beschäftigen müssten.

Zu den ständigen Gesetzesänderungen in den Schulsystemen merkte Strothmann an: „Warum lasst ihr die Schulen nicht einfach mal arbeiten, anstatt alle vier Jahre das System umzukrempeln? Das verursacht doch nur Orientierungslosigkeit der Lehrer, die die Kinder zu tragen haben.“

„Fotovoltaikanlagen sind volkswirtschaftlicher Schwachsinn, aber betriebswirtschaftlich wunderschön, deswegen habe ich auch eine“, so Schemmer zum Thema regenerativer Energien. Marc Jaziorski: „Ich finde es spannend, dass die RWE in diese Energien einsteigt, da muss doch was dran sein.“ Er sei dafür, Häuser mit kleinen Anlagen zu bestücken als große Flächen.

Norbert Vogelpohl plädierte für die zentrale Energieversorgung, wie zum Beispiel im Bereich der Biogasanlagen, bei der er nicht große Anlagen, die zurzeit in Südlohn im Gespräch sind, empfahl, sondern: „Jeweils eine Anlage für zwei Landwirte.“

Kemper appellierte zum Abschluss, zur Wahl zu gehen, denn „bei einer Zurückhaltung stärken wir die, die wir nicht wollen“.



19 · 03 · 10





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