Ziel: So normal wie möglich starten
Velen (git). Wenn die Ermittlungen in dieser Woche abgeschlossen werden können, werde gegen den bisherigen kommissarischen Leiter der Andreas-Grundschule voraussichtlich bereits in ein bis zwei Wochen Anklage erhoben. Das hat Oberstaatsanwalt Heribert Beck gestern mitgeteilt.

Der 44-jährige Konrektor, der seit vergangener Woche in Untersuchungshaft sitzt, hatte laut Staatsanwaltschaft den sexuellen Missbrauch von drei Schülerinnen gestanden (die BZ berichtete). Laut Beck seien in diesem Zusammenhang bislang keine weiteren Fälle bekannt geworden - weder Eltern noch Lehrer hätten Verdächtiges gemeldet. Der Konrektor habe auch keine weiteren sexuellen Übergriffe zugegeben.


Aufgefallen war er durch einen Internet-Chat. Nach Darstellung der Polizei beschrieb er gegenüber einer Frau aus dem Kreis Euskirchen Vorfälle, die bei ihr den Verdacht erregten, es könne dabei um den sexuellen Missbrauch von Kindern gehen. Sie habe sich daraufhin in einem anonymen Brief an die Polizei in Euskirchen gewandt.

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen den Lehrer hat das Schulamt gemeinsam mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises und der Polizei einen Krisenstab eingerichtet. Gestern informierten Schulamtsdirektorin Ulrike Schwarz, Schulrat Michael Maaßen sowie die Schulpsychologen Michael Sylla und Dr. Stephan Pschenny das Kollegium. Dabei steckten sie auch ab, mit welchen Angeboten Eltern und Schüler unterstützt werden können und wie der Schulstart gestaltet werden kann.

Heute und morgen sind Schulpsychologen von 9 bis 18 Uhr in der Schule für alle Eltern ansprechbar, persönlich oder unter Telefon 02863/926280. Nur für Eltern und Erziehungsberechtigte der betroffenen Klasse, die vom Tatverdächtigen geleitet wurde, findet heute ein Informationsabend statt. Teilnehmen werden der Opferschutzbeauftragte der Polizei sowie Vertreter von Schulamt und Schulpsychologischer Beratungsstelle.

Nach den Ferien übernimmt Kollegiumsmitglied Veronika Thesing die Klassenleitung. „Und zwar dauerhaft“, betonte Schulamtsdirektorin Ulrike Schwarz. „Es ist wichtig, den Kindern jetzt Kontinuität und Verlässlichkeit zu bieten.“ Für die jetzige Klasse von Thesing werde zum Schuljahresbeginn eine neue Lehrkraft eingestellt.

Verstärken wird das Team zum neuen Schuljahr auch eine erfahrene Schulleiterin, die das Amt kommissarisch übernimmt. Schwarz geht davon aus, dass der Posten regulär bis zum 1. Februar 2010 wieder besetzt sein wird.

In Planung sind zurzeit Info-Veranstaltungen für die Vorsitzenden der Klassenpflegschaften sowie die gesamte Elternschaft. Am Mittwoch wird der Krisenstab mit dem Kollegium Planungen für den ersten Schultag abstecken. „Neben der Aufarbeitung der Ereignisse ist es für die Kinder äußerst wichtig, dass sie in der Schule Normalität erleben und mit Freude lernen dürfen“, so Michael Sylla.


10 · 08 · 09



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