Ascheberg - Heinz Schulze Tergeist klopft laut und deutlich auf den Tisch, seine Mitspieler kramen in den Münzen, die in einem Erdnuss-Schälchen liegen, und schieben ihm jeweils einen Groschen herüber. Das Klopfen heißt in dieser Runde „Kloppe“. Schulze Tergeist hat beide Kreuzdamen. Alfons Kleykamp holt den „ersten Fehl“ und spielt diese Runde mit ihm zusammen. Für Karl-Heinz Närdemann und Michael Kluge ist wenig zu holen. Sie machen gerade einen Stich und so rechnet Schulze Tergeist ab: „30, 60, 90, Zwölf, Reh, Fuchs, 60 Pfennig!“
Groschen, Pfennig, ein Doppelkopfabend aus dem vergangenen Jahrtausend in einer aktuellen Tageszeitung? Nein, es ist der 30. Januar 2012, kurz vor 20 Uhr. Und in den Schälchen im Haus am Böckentrup liegen auch 50-Pfennig- und Markstücke. Die Runde hat dem Euro schon misstraut als er noch gar nicht in der Krise war. Das Quintett, zu dem auch Willi Möller gehört, zahlt beim Doppelkopf immer noch mit Mark und Pfennig, die vor zehn Jahren abgeschafft worden sind.