"Weichenstellung für die Zukunft"


Vertreter von Werbegemeinschaft und Wirteverein plädierten gestern für die Teilnahme Billerbecks am Bahnradweg auf der stillgelegten Trasse Rheine-Coesfeld. Die Verbindung bringe zusätzliche Besucher in die Stadt - ein Vorteil für Handel und Tourismus.
Vertreter von Werbegemeinschaft und Wirteverein plädierten gestern für die Teilnahme Billerbecks am Bahnradweg auf der stillgelegten Trasse Rheine-Coesfeld. Die Verbindung bringe zusätzliche Besucher in die Stadt - ein Vorteil für Handel und Tourismus.
(Foto: ct)


Billerbeck. Kurz bevor der städtische Bauausschuss am Donnerstag (18..3.) und nach ihm der Stadtrat am Dienstag (23..3.) über die Beteiligung der Stadt Billerbeck am Bahntrassenradweg von Rheine nach Coesfeld entscheiden, haben sich gestern Werbegemeinschaft und Wirteverein deutlich dafür ausgesprochen, dass Billerbeck in das Gemeinschaftsprojekt von Land und neun Kommunen einsteigt. Olaf Niermann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sprach von einer "wichtigen Weichenstellung für die Zukunft". Der Bahnradweg bringe Billerbeck "zusätzliche Frequenz, von der Handel und Gastgewerbe profitieren." Der Geschäftsführer der Werbegemeinschaft, Hubertus Messing, verwies in diesem Zusammenhang auf das bereits fertig gestellte Teilstück zwischen Rheine und Steinfurt: "Bezüglich der Resonanz sind die kühnsten Erwartungen übertroffen worden." Nach Einschätzung Messings würde die Domstadt, obwohl sie ein paar Kilometer abseits der Trasse liegt, zu den größten Profiteuren des Bahnradwegs gehören, da sie sich als Ausflugsziel und Urlaubsort bereits einen Namen gemacht habe. Tinus Niehoff, Vorsitzender des Wirtevereins, wertete es von daher als "fatalen Fehler, sollte Billerbeck sich nicht am Bahnradweg beteiligen", der laut Niehoff auch eine optimale Verbindung zwischen Emsauen- und Berkelradweg darstellt. Um ihrer Forderung nach einer Beteiligung Billerbecks Nachdruck zu verleihen, haben beide Vereine eine Sponsoring-Aktion ins Leben gerufen, bei der mindestens 3000 Euro zusammenkommen sollen. Das Geld soll möglichst im Rahmen eines Leader-Projektes, sprich zusammen mit Fördermitteln aus Leader, für ein Leitsystem ausgegeben werden, das Nutzer des Bahnradwegs nach Billerbeck führt. Erste Zusagen gibt es bereits, weitere Sponsoren können sich bei Hubertus Messing, Tinus Niehoff oder Olaf Niermann melden.

Neben der Initiative von Werbegemeinschaft und Wirteverein erhielten die Kommunalpolitiker gestern noch eine weitere Entscheidungshilfe: die Einladung zur Bauausschusssitzung, die neue Informationen bezüglich des Eigenanteils enthält, den die Stadt zu dem mit erheblichen Landesmitteln geförderten Radweg beisteuern muss. Danach wäre nur noch ein Bruchteil des ursprünglich in Rede stehenden Betrags aufzubringen, nämlich rund 5000 Euro. Diese Summe ergibt sich durch Einsparungen auf der einen Seite. So soll der Radweg auf Billerbecker Gebiet um 900 Meter kürzer werden als ursprünglich angedacht. Er würde dann im Bereich Lutum enden. Die Anbindung nach Coesfeld würde über das vorhandene Straßen- und Wegenetz erfolgen. Zudem soll vorläufig auf die Ausstattung mit eisenbahntypischen Elementen verzichtet werden. Auf der anderen Seite erhält die Stadt Billerbeck für die Übernahme von vier Brücken und einem Durchlass einen Ablösebetrag in Höhe von rund 236.000 Euro, so dass unterm Strich ein Eigenanteil von 5000 Euro steht. Vor diesem Hintergrund und unter Verweis auf die Vorteile des Radwegs für Handel, Tourismus und Naherholung appelliert auch die Verwaltung an die Politiker, einer Beteiligung zuzustimmen.





11 · 03 · 10





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