Seelen der Menschen berührt


Mit Standing Ovations wurden Chöre, Orchester und Solisten vom Publikum gefeiert.
Mit Standing Ovations wurden Chöre, Orchester und Solisten vom Publikum gefeiert.


Billerbeck. Schon früh vor Konzertbeginn waren die Plätze im Ludgerus-Dom bereits gefüllt. Die Besucher kamen nicht nur aus der Domstadt und den umliegenden Orten. Nein. Sogar Zuschauer aus Italien gehörten zum Publikum: Nunzio Leone und Rallo Lucia. Die beiden sind derzeit in Stromberg und Warendorf zu Hause und besuchten zum ersten Mal den Billerbecker Dom.

Präsentiert wurde an diesem Abend vom Propsteichor Billerbeck, dem Stifts-Chor Bonn, den Solisten Anne Klare-Viegener (Sopran), Kathrin Leidig (Alt), Walter Drees (Tenor), Christoph Scheeben (Bass-Bariton) sowie dem Staatssinfonieorchester Kaliningrad drei geistliche Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Ruhig und konzentriert hob Kantor Ludwig Wegesin den Taktstock und das Magnifikat in D, das der jugendliche Mendelssohn im Alter von 13 Jahren schrieb, erklang. Für den Propsteichor und Stifts-Chor Bonn gab es nur eine gemeinsame Probe. Das Ergebnis: Hervorragend. In so kurzer Zeit Solisten, Orchester und Chöre zu einer harmonischen Einheit zusammen zu führen, ist aber auch das Ergebnis der ausgezeichneten und sicheren Führung des Dirigenten.



Zu den Solisten gehörte Anne Klare-Viegener.
Zu den Solisten gehörte Anne Klare-Viegener.


Im Jahre 1831 schuf Mendelssohn-Bartholdy die Weihnachtskantate, eine Choralbearbeitung des Weihnachtsliedes "Vom Himmel hoch" von Martin Luther, dessen Text er unverändert übernahm. Die bekannte Melodie, kunstvoll vom Komponisten verpackt und in Chören und Arien eingeteilt, zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Kantate. Von den Solisten wurde gerade in diesem Werk alles gefordert. Anne Klare-Viegener aus Münster mit ihrem strahlenden Sopran und der Kölner Christoph Scheeben mit seinem lyrischen Bass-Bariton, liefen zur Höchstform auf.


Begeisterten das Publikum im Dom: der Propsteichor Billerbeck und das Staatssinfonieorchester Kaliningrad unter der Leitung von Ludwig Wegesin. Fotos: mvo
Begeisterten das Publikum im Dom: der Propsteichor Billerbeck und das Staatssinfonieorchester Kaliningrad unter der Leitung von Ludwig Wegesin. Fotos: mvo


Den Abschluss des großartigen Konzerts bildete die Psalmkantate op. 42 "Wie der Hirsch schreit", von Mendelssohn 1837/1838 geschaffen. Schon allein der alttestamentliche Text, von Martin Luther übersetzt, ist emotional und tiefgründig angelegt. Durch das ruhige Tempo in der Musik wurden die Emotionen noch verstärkt. Die Akteure in Billerbeck brachten die Psalmkantate mit einer Innigkeit die geeignet ist, die Seelen der Menschen zu berühren.

Und auch das Publikum im Dom war berührt. Stehende Ovationen gab es für die musikalische Leistung. Wie es den Italienern Nunzio Leone und Rallo Lucia gefallen hat? Richtig gut. Den eigenen Stress hätte man bei diesem Konzert gut abbauen können, so Nunzio Leone.



02 · 01 · 12





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