Billerbeck. Jutta Lehmann-Kranenburg trägt eine breite weiße Kette, als sie zum Gespräch in die Redaktion kommt. Es sind Kauri-Muscheln. Aus Afrika - natürlich, denn dort lebt die Billerbeckerin immer wieder monatelang, seitdem sie vor rund zehn Jahren den Schwarzen Kontinent für sich entdeckt und inzwischen mehrere Projekte dort initiiert hat. Zuletzt war sie in Burkina Faso in der Provinz Namentenga, wo sie gemeinsam mit Bauernfamilien ein Bewässerungsprojekt umsetzen möchte.
Den Rückweg nach Europa, nach Billerbeck, hat Jutta Lehmann-Kranenburg nicht allein angetreten, sondern mit einem Musiker aus dem Ort, in dem sie gelebt hat: Lebian Zinaba. Er hatte einige selbst gebaute Instrumente und landestypische Klänge im Gepäck. "Er hat hier die Chance, mit einem Musiker aus Benin in Aachen eine CD-Aufnahme zu machen", freut sich Lehmann-Kranenburg, dass es ihr gelungen ist, ein Visum für den jungen Mann zu bekommen und ihm professionelle Arbeitsbedingungen zu vermitteln. Noch läuft die Produktion im Studio. Später soll ein Drittel des Erlöses aus dem CD-Verkauf in eine Stiftung fließen, die Projekte zum Umweltschutz direkt in Lebian Zinabas Heimatort unterstützt. Lehmann-Kranenburg: "Die CD soll hier, aber auch dort im Dorf und in der Region angeboten werden. So können sich die Menschen vor Ort selbst an den Projekten beteiligen."
Genau das ist das Anliegen der 57-jährigen Billerbeckerin. "Ich will in Afrika nicht als europäische Heilsbringerin auftreten", sagt sie. Ganz im Gegenteil. "Mir geht es darum, dass die Menschen dort selbst anfangen, sich um ihre Probleme zu kümmern, aber auch die großen Chancen in ihrer Lebensführung und ihren Traditionen erkennen und nutzen. Ich selbst verstehe mich als eine Art Motor, um dieses Bewusstsein anzukurbeln."
Müllvermeidung, die Nutzung von Sonnenenergie, die Wassergewinnung und Bewässerung - das sind Themen, die Jutta Lehmann-Kranenburg in dem westafrikanischen Land in den Fokus und ins Gespräch bringen möchte. "Das geht im übrigen auch sehr gut über Kultur", sagt sie. So kann auch Lebian Zinaba mit seiner Musik und seinen Songs Inhalte vermitteln. Noch in diesem Monat soll die CD fertig werden.
Wann Jutta Lehmann-Kranenburg das nächste Mal in das westafrikanische Land aufbricht, steht noch nicht genau fest. Afrika - dieser Kontinent ist ihr schon immer sehr nahe gewesen. Seit 2002 hat sie in Ghana an einem Schulprojekt mitgearbeitet, zwischenzeitlich hat sie die Schule sogar geleitet, nun ist sie in die Eigenverantwortung der Ghanaer übergegangen. In Ghana ist die Billerbeckerin Menschen aus Burkina Faso begegnet und ist dann dort in eine Bauernfamilie gezogen, um die Lebensumstände kennenzulernen. "Ich habe beobachtet, dass die Menschen dort sehr wertvolle Traditionen haben und möchte ihnen bewusst machen, dass sie sich darauf besinnen und sie zu ihrem Wohl verbessern sollen, statt vermeintlich moderne Tendenzen etwa aus Europa zu übernehmen."
7 Spendenkonto: Sparkasse Westmünsterland, BLZ: 401 54530, Konto: 36489169, Stichwort Burkina Faso