Wurden gestern von Marco Hidding (r., Stadt) in Billerbeck begrüßt: (v.l.) Wolfgang und Georgia Paulisch und Bernhard Böddeling. Die drei führen die Hundezählung durch. Foto: sst
Billerbeck. Es ist eine Premiere: Gestern ist die erste Hundezählung der Stadt Billerbeck gestartet. In den kommenden fünf bis sechs Wochen werden drei Verwaltungshelfer an allen Billerbecker Türen klingeln.
Da es sein kann, dass Hundehalter ihrer Meldepflicht nicht nachkommen und ihren Fiffi schwarz durch die eigenen vier Wände dackeln lassen, wird nun die Stadtverwaltung aktiv. Sie beauftragt eine externe Firma, potenzielle Hundesteuerverweigerer aufzuspüren. Halter, die keine Hundesteuer zahlen, sollen das in Zukunft tun. "Wir wollen eine Steuergerechtigkeit herstellen", erklärt Marco Hidding vom Fachbereich Finanzen der Stadtverwaltung Billerbeck. Alle Hundehalter sollen gleich behandelt werden.
Im Auftrag der Stadt, werden die Mitarbeiter der Firma adler-Kommunalservice Deutschland GmbH aus Aachen von Tür zu Tür geben. "Wir schnüffeln und spionieren nicht. Wir fragen nur freundlich nach", sagt Wolfgang Paulisch, einer der Verwaltungshelfer. Hans Roseboom, Geschäftsleiter der beauftragten Firma, führt weiter aus: "Wir gehen nur bis zur Haustür und nicht weiter".
Die Stadt wird dabei in mehrere Arbeitsgebiete aufgeteilt und flächendeckend befragt. Fragen wie "Haben Sie einen Hund?, Seit wann haben Sie den Hund und welcher Hunderasse gehört Ihr Hund an?" werden Inhalte der Befragung sein. Wichtig hierbei: Es handelt sich um freiwillige Auskünfte. Niemand kann zu einer Aussage gezwungen werden.
Die drei Mitarbeiter, die montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 17 Uhr die Zählung vornehmen, führen immer ihre Ausweise der Stadt Billerbeck mit sich. Das Stadtsiegel und die Unterschrift der Bürgermeisterin bestätigen die Gültigkeit der Ausweise. Sollten Bürger zur Zeit der Befragung nicht Zuhause sein, hinterlegen die Mitarbeiter einen Informationszettel mit einem Bogen zur Anmeldung der möglichen Hunde. Gibt es keine Hunde in dem Haushalt, muss dem Brief keine Beachtung geschenkt werden.
Sollte sich der Verdacht erhärten, dass ein Hund gehalten wird, aber nicht angemeldet ist, weist ein persönliches Anschreiben den Halter noch mal freundlich zur Anmeldung hin. Wird dies wieder ignoriert, folgt ein zweites Schreiben. Sollte sich der Halter danach immer noch nicht gemeldet und seinen Hund ordnungsgemäß angemeldet haben, wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, da dieses Verhalten eine Ordnungswidrigkeit darstellt.
Die Stadt Billerbeck kann bereits jetzt schon erste Erfolge verbuchen. "Seit der ersten Ankündigung zur Hundezählung, die Mitte November erfolgt ist, haben wir einen Zuwachs bei den Hundeanmeldungen von zwölf Prozent", sagt Marco Hidding auf Nachfrage unserer Zeitung. Aktuell sind rund 1200 Hunde in der Domstadt gemeldet.
Wie hoch die Zahl der Steuerpreller sein wird, können die Verantwortlichen momentan noch nicht schätzen. Das liegt daran, dass es zuvor noch keine Hundebestandsaufnahme in Billerbeck gegeben hat. "Vergleiche zu anderen Städten kann man leider auch nicht ziehen", erklärt Geschäftsführer Roseboom.
Im Jahr 2002 wurde zwar eine Zählung der Hunde angekündigt, diese wurde aber nie durchgeführt. Jetzt soll die Gleichbehandlung der Bürger durchgesetzt werden. Jeder der einen Hund hält, soll auch Steuern für ihn zahlen. Das Endergebnis der Zählung soll im April bekannt gegeben werden.
Angaben zu den entstehenden Kosten, möchte die Stadt derzeit noch nicht machen. Marco Hidding versichert allerdings, dass die Kosten für die Bestandsaufnahme durch die Steuereinnahmen der nachträglich angemeldeten Hunde gedeckt werden: "Die Aktion trägt sich von alleine."