Billerbeck. 100 Jahre? So alt wird fast kein Mensch. Aber: Der DJK-VfL der Domstadt kann dieses dreistellige Lebensalter vorweisen. Und von wegen Altersschwäche. Nach wie vor erfreut er sich allerbester Gesundheit. Da wundert es natürlich überhaupt nicht, dass die Liste der Gratulanten, die sich bei der Feierstunde am Samstag in der Realschule das Mikrofon in die Hand gaben, entsprechend lang war. Da gab es viele "Laudationes", ohne dass in den zwei Stunden Langweile aufgekommen wäre. Recht sportlicher Einsatz wurde Bernd Heuermann abverlangt. Aufstehen, hinsetzen, aufstehen, hinsetzen. Schließlich waren die prominenten Gäste mit guten Gaben gekommen und da lag es in der Hand des ersten Vorsitzenden des Sportvereins, die Geschenke entgegen zu nehmen. Und derer gab es reichlich: Festbänder für das Vereinsbanner, Urkunden, Plaketten und nicht zuletzt einige nützliche "Flachgeschenke" wie ein Gast kommentierte. Gemeint waren die Briefkuverts mit ihren schönen Schecks.
Glückwünsche richtete Bärbel Dittrich vor allem an alle Mitglieder und Ehrenamtliche: "Menschen, die sich wie Sie engagieren, sind Träger des Vereins und sorgen dafür, dass Traditionen und Werte erhalten bleiben und gleichzeitig Gemeinschaft gelebt wird." Mit seinen fast 3000 Mitgliedern gehört der DJK-VfL zu den fünf Großvereinen im Kreisgebiet. Die Vizepräsidentin des Landessportbundes NRW gab aber auch zu bedenken, dass der demographische Wandel verlange, veränderten Bedürfnissen mit neuen Konzepten und Strategien zu begegnen. Auch sei über Formen, die flexible Mitgliedschaften ermöglichten, nachzudenken.
Das Motto "Im Verein ist Sport am Schönsten" zitierte Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling in seinen Dankesworten: "Da sind sie nicht als Einzelkämpfer unterwegs, sondern gestalten das Leben ein Stück weit gemeinsam. Man weiß voneinander auch aus anderen Lebensbezügen und teilt Freud und Leid. Das trägt einen auch in schwierigen Lebenslagen."
Landrat Konrad Püning hob im Besonderen die 140 Übungsleiter hervor, weil "sie mit ihrer Vereinsarbeit eine gute Sozialarbeit leisten.
Bürgermeisterin Marion Dirks beschloss den kurzweiligen Grußwort-Marathon und betonte dabei, dass die Zusammenarbeit von Politik und Sport vor Ort gut funktioniere: "Es waren immer die Sportler, die Druck gemacht haben. Die sich für den Bau neuer Sportstätten und Turnhallen stark gemacht und engagiert haben." Der Schwarzmalerei bezüglich sinkender Mitgliederzahl aufgrund des demographischen Wandels begegnete Dirks mit Gelassenheit: "Nie hatte der Mensch soviel Freizeit und Urlaub wie heute. Er ist doch auch gerne bereit, für seine Gesundheit etwas zu investieren und der Verein ist dabei immer ein verlässlicher Partner." Zwischendurch belebten die Tänzerinnen der Ballettgruppe den Bühnenboden. Auch ließen es sich die Musikklasse und die Schulband der Realschule nicht nehmen, den feierlichen Festakt mitzugestalten. Was Bernd Heuermann ebenfalls veranlasste, als Dankeschön ein "Flachgeschenk" zu überreichen.