Auktionshaus ideal für Wohnprojekt


Das alte "Auktionshaus" an der Holthauser Straße eigne sich für das Projekt "Mehr für Dich - Leben im Tausch der Ressourcen". Für 14 Wohneinheiten gebe es Platz. Foto: sdi
Das alte "Auktionshaus" an der Holthauser Straße eigne sich für das Projekt "Mehr für Dich - Leben im Tausch der Ressourcen". Für 14 Wohneinheiten gebe es Platz. Foto: sdi


Billerbeck. Das Wohnprojekt "Mehr für Dich - Leben im Tausch der Ressourcen" nimmt Gestalt an: Eine passende Immobilie, in der das Projekt verwirklicht werden kann, gibt es in Billerbeck. Nach Abstimmung mit den Eigentümern könnte sich das alte "Auktionshaus Dietrich" an der Holthauser Straße dafür bestens eignen. "In dieser Industrie-Immobilie wären 14 Haushalte durchaus realisierbar", erklärte Architekt Gereon Rasche. "Außerdem ist das Gebäude frei von vorbestimmenden Grundrissen." Aber, ob hier demnächst allerdings Menschen jeden Alters einziehen werden, stehe noch in den Sternen.

Vorgestellt wurde das neue Wohnprojekt im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Alten Landwirtschaftsschule. Rund 60 Zuhörer waren anwesend. "Dass so viele Leute heute hier sind, gibt uns Recht, dass wir auf dem richtigen Weg sind", betonte Renate Langenheder, die neben Gisela Heymanns (Fachwirtin in Erziehungswesen und Kindergartenleiterin), Bürgermeisterin Marion Dirks und Kerstin Schönlau (Dipl.-Pflegewissenschaftlerin) zum Initiativkreis des Projektes gehört. Worum es dabei genau geht? Um eine Nachbarschaft unter einem Dach. Für Menschen aller Generationen sollen Wohnungen entstehen, in denen sie ihre privaten Rückzugsräume haben, dennoch in gemeinsam genutzten Räumen essen und Zeit verbringen können. Unter einem Dach sollen sie ein selbstbestimmtes, aber auch gleichzeitig gemeinschaftliches Leben führen. "Jeder Mensch hat Ressourcen, die er mit einbringen kann", betonte Heymanns. Mit Ressourcen ist an dieser Stelle jede Art von Fähigkeit eines Menschen gemeint.


Den Zuhörern brannte vor allem eine Frage unter den Nägeln: Wie soll das Projekt finanziert werden? "Das funktioniert wie ein wirtschaftlicher Verein", erklärte Wolfgang Kiehle, von der WohnBund-Beratung NRW-GmbH aus Bochum. "Für die Finanzierung müssen die zukünftigen Bewohner Einlagen zahlen." Diese machen ungefähr 20 bis 25 Prozent des Rechnungsbetrages aus. Die Einlage erhält der Bewohner später wieder zurück. Die anderen Anteile sollen durch Geschäftsanteile und Darlehn gestemmt werden. Eigenes Geld ist also eine Voraussetzung. Genaue Angaben zur Miethöhe konnten nicht gemacht werden.

Im Publikum saß auch der Billerbecker Uwe Nieland. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Projektes. "Die Auswahl des Auktionshauses halte ich für sehr vernünftig. Schließlich braucht man auch die Größe, um solch ein Projekt umsetzen zu können", sagt er. Großes Interesse haben auch einige Initiativen. Dazu zählen IBP (Verein für Interkulturelle Begegnungsprojekte), KiBi (Kindergruppe Billerbeck) und "Kids mit Handicaps". Sie alle wollen einige der zukünftigen Räume oder Wohnungen mieten. Bei der Umsetzung des Projektes soll ein professioneller Begleiter zur Seite stehen.



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