Billerbeck. Das Bild, das auf der Eierverpackung ist, zeigt das Billerbecker Wahrzeichen, den Ludgerus-Dom, von seiner besten Seite. In roten Lettern steht daneben "Billerbecker Eier", darunter ein Extrahinweis "mit Erzeugerangabe auf jedem Ei aus Bodenhaltung". Und genau diese Verpackungs-Aufmachung sorgt derzeit für Wirbel.
"Laien, die sich nicht gut auskennen, denken, dass dies ein Produkt aus der Region ist", sagt Mechthild Schneider von der Verbraucherschutzzentrale aus Münster. "Das Bild mit Blick auf Billerbeck erweckt den Eindruck." Und das sei eine Täuschung.
Das regionale Herkunftszeichen ist keine Garantie dafür, dass die Rohstoffe auch tatsächlich aus der Region stammen. Denn: Die Eier kommen nicht, wie man vielleicht im ersten Moment vermutet, aus der Domstadt. Nein. Sie kommen aus dem niedersächsischen Ort Laar, der sich nahe der Grenze zu den Niederlanden befindet. Die Herkunft der Eier ist ganz einfach nachzuvollziehen. Nur der Zahlencode, also die Erzeugerangabe, der auf den Eiern aufgedruckt ist, muss auf der Internetseite
www.was-steht-auf-dem-ei.de einfach eingegeben werden und schon erhält man das Ergebnis.
Mechthild Schneider: "Wir schicken die Verpackung zu unseren Juristen nach Düsseldorf. Sie werden den Fall prüfen." Dann kann es sein, dass das Billerbecker Unternehmen eine Aufforderung erhält, die Werbung mit dem Titel "Billerbecker Eier" und dem Domstadt-Bild zu unterlassen.
Vertrieben werden die Eier von dem Domstadt-Unternehmen "Billerbecker Frischei Vertrieb", dessen Namen ebenfalls auf der Verpackung zu finden ist. Inhaber ist Wilhelm Voss. Seit drei Generationen vertreibt die Firma Eier und verkauft sie auch an Billerbecker Supermärkte. "Seit 60 Jahren haben wir den Dom auf der Verpackung. Und jetzt gibt es ein Problem damit", so Wilhelm Voss. "Wir sind ein Billerbecker Unternehmen. Deswegen auch das Bild." Es sei stadtbekannt, dass Voss die Eier im Norden Deutschlands einkaufe. "Mit dem Betrieb in Niedersachsen arbeiten wir jahrelang zusammen. Die Eier werden in Billerbeck verpackt und sortiert", erzählt er. "Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, nichts verheimlicht." Damit keine Irreführung mehr möglich ist, will der Firmenchef die Verpackung ändern. Künftig soll einfach nur noch ein Schriftzug "Zehn frische Eier aus Bodenhaltung" die Verpackung zieren, das Bild aber soll bleiben. "Wir sind ein Billerbecker Unternehmen", betont Voss.
Die Verpackung sei rechtlich in Ordnung - das sagt der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen, kurz: KAT. Er ist die wichtigste Kontrollinstanz in der Hennenhaltung und steht für Qualität und Rückverfolgbarkeit in der Eierproduktion. "Auf dem Ei ist ja der Zahlencode eingegeben, der erläutert, woher das Ei stammt", sagt ein KAT-Mitarbeiter auf Anfrage unserer Zeitung. "Wir haben bereits mit unserem Anwalt gesprochen. Er hat keine rechtlichen Bedenken. Das Bild von Billerbeck wurde einfach nur für die Verpackung gewählt, weil das Unternehmen eben aus Billerbeck stammt."
7.Wer dennoch Lebensmittel-Täuschungen entdeckt, kann sich jederzeit bei der Verbraucherzentrale in Münster unter Tel. 0251/44299 melden.