Coesfeld. Auf immer mehr Kritik stößt der geplante Ärztenotdienst und bereits umgesetzte Apothekennotdienst. Die Stadt und teilweise sogar niedergelassene Ärzte sagen, dass die Pläne der kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die Notfallpraxis in Coesfeld nur noch am Wochenende zu öffnen, mit ihnen nicht oder nicht genügend kommuniziert worden seien. "Wir können die Gründe nicht nachvollziehen", hinterfragt Bürgermeister Heinz Öhmann die Änderungen, nach denen Betroffene ab Februar werktags extra nach Dülmen zu der dortigen Notfallklinik fahren müssen. CDU und Senioren-Union fordern die KVWL auf, Zahlen auf den Tisch zu legen.
Die KVWL hält jedoch an ihren Plänen fest: "Wir bringen die neuen Regelungen im Februar an den Start", erklärt Sprecher Christopher Schneider auf Nachfrage unserer Zeitung. Die bisherigen drei Notfallpraxen im Kreis Coesfeld in Coesfeld, Lüdinghausen und Dülmen würden nicht ausreichend frequentiert. Im Schnitt suchten werktags nicht mehr als fünf Patienten die Notfallklinik in Coesfeld auf. Das sei nicht wirtschaftlich. "Wir haben vor einem Jahr mit dem neuen System angefangen und können nun die Bilanz ziehen, dass wir ein zu großzügiges Angebot zur Verfügung gestellt haben", so Schneider. An der Entscheidung, dass Betroffene ab Februar im Notfall werktags nach Dülmen fahren müssen, gebe es nichts mehr zu rütteln.