Coesfeld (-ct/vth/ml-). Die Ladenöffnungszeiten stehen wieder in der Diskussion. Die Grünen plädieren für den Ladenschluss um 22 Uhr, Linke und Gewerkschaften gehen noch weiter und fordern eine Begrenzung der Öffnungszeiten auf 20 Uhr. Zur Erinnerung: Seit November 2006 dürfen Geschäfte werktags rund um de Uhr öffnen. Eine Möglichkeit, von der in Coesfeld bisher kein Gebrauch gemacht wurde. Gleichwohl haben einige SB-Märkte, ihre Öffnungszeiten bis 21 Uhr bzw. 22 Uhr ausgedehnt - und positive Erfahrungen gemacht. "Viele Kunden begrüßen die Möglichkeit eines späteren Einkaufs. Überwiegend Berufstätige und Familien nutzen gerne die verlängerten Öffnungszeiten, um gemeinsam einkaufen zu gehen", sagt beispielsweise Real-Sprecherin Andrea Cheblowski.
Rainer Behnen hingegen ist der Meinung, dass die Öffnungszeiten wieder zurückgenommen werden sollten. "Es kommt natürlich immer auf die Größe und Struktur einer Stadt an", so der Filialleiter von "Netto". Für Coesfeld hält er es aber für "vollkommen ausreichend", wenn man werktags bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr einkaufen kann.
Für den Arbeitskreis Handel und Gastronomie im Stadtmarketing Verein spricht sich Werner Prause für die Beibehaltung der bestehenden liberalen Regelung der Ladenöffnungszeiten aus. Prause: "Im Zeitalter von Internethandel und die dadurch unbegrenzte Zeit des Endverbrauchers einkaufen zu können, wäre es sicherlich falsch, die Ladenöffnungszeiten zu reglementieren. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sollte der Einzelhandel heute tagsüber durchgängig erreichbar sein und seine Öffnungszeiten selbst bestimmen können."
Auf der Straße gehen die Meinungen auseinander. Von zwölf Befragten sprechen sich vier für die Rücknahme der langen Öffnungszeiten aus, acht dagegen. "Abends wird doch sowieso nur Alkohol gekauft", meint Günther Drees (64).
Gerade die Jüngeren sehen das anders. Zum Beispiel der 17-jährige Stefan. Er findet die Möglichkeit, abends einkaufen zu können, sehr praktisch und nimmt das Angebot auch öfter in Anspruch. Eine Seniorin gibt zu bedenken, dass die langen Öffnungszeiten Energieverschwendung seien. Das Argument, dass berufstätigte Menschen nur abends einkaufen können, will Bastian Mey nicht gelten lassen. "Wenn die Leute es abends nicht schaffen, müssen sie morgens einkaufen gehen."