Die Wirkung von Vorurteilen erkennen


Bernd Ostendorf (l.) ist einer der Organisatoren, die die Ausstellung nach Coesfeld geholt haben. Schulleiter Norbert Just zeigt den Ausstellungskatalog. Foto: Daniel Peters
Bernd Ostendorf (l.) ist einer der Organisatoren, die die Ausstellung nach Coesfeld geholt haben. Schulleiter Norbert Just zeigt den Ausstellungskatalog. Foto: Daniel Peters


Coesfeld. Vorurteile - ein aktuelles Thema, wie Bernd Ostendorf weiß. "Das fängt bei der Kleidung an", sagt der Geschichtslehrer des St.-Pius-Gymnasiums. Oder wenn der komische Haarschnitt zu der Schlussfolgerung führt, dass der Mensch, der ihn trägt, bestimmt auch komisch sei.

Vorurteile - auch die Grundlage für die nationalsozialistische Ideologie im Dritten Reich, deren Ansichten und Ideen aber noch viel weiter zurück reichen. Das ist ab Montag (3..2.) im Foyer der Aula des St.-Pius-Gymnasiums zu sehen. Dann wird dort bis zum 9. März die Ausstellung "abgestempelt" der Bundeszentrale für politische Bildung zu sehen sein. Für eine dazugehörige Vortragsreihe kooperiert das Gymnasium mit der Volkshochschule Coesfeld und Leiterin Dr. Mechtilde Boland-Theißen.


"Zu sehen sind Postkarten, beginnend mit dem Kaiserreich 1871 bis zum Nationalsozialismus, mit judenfeindlichen Inhalten", erklärt Ostendorf. Als ein besonders krasses Beispiel nennt er eine Karte aus Borkum, darauf wird gefordert, dass die Insel judenfrei werden soll. "Solchen Karten wurden frei verkauft", betont Ostendorf.

"Bei mir Unterricht habe ich oft die Schwierigkeit, wie ich den Schülern beibringe, dass das weit verbreitete Ideen waren", so der Geschichtslehrer. Welche breite Basis für dieses Gedankengut vorhanden war, sei in der Ausstellung gut zu erkennen. Er erhofft sich, dass die Schüler weiter sensibilisiert werden und es schaffen, Gegenwartsbezüge herzustellen. "Erkennen, wie Vorurteile wirkten und wirken."

Die Ausstellung basiert auf der Sammlung von Wolfgang Haney, der wegen seiner jüdischen Mutter der Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt war. Die Schrecken dieser Zeit versuchte er unter anderem dadurch zu verarbeiten, dass er judenfeindliche Postkarten sammelte. Zu sehen sind sowohl Vorderseite, wie auch die Rückseite der Karten - mit entsprechenden Texten - in denen die Absender oft auf die Aussage der Karte eingehen.

7 Die Ausstellung ist ab Montag (3..2.) täglich von acht bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Bereits am Sonntag (2..2.) findet um 19 Uhr die Eröffnung statt. Ulrike Schrader wird einen Vortrag mit dem Titel "Der muss hinaus! Hinaus! Über antisemitische Fantasien im 20. und 21. Jahrhundert" halten.



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