Kreis Coesfeld. Einen Koffer mit gut einer Million Euro in großen Scheinen geschenkt bekommen . - wessen Traum ist das nicht? Für den Kreis Coesfeld wird er jetzt unverhofft wahr. Die Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Westmünsterland hat am Montag beschlossen, vom erwirtschafteten Jahresüberschuss die Träger des öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts profitieren zu lassen. Und so kommt der Kreis Coesfeld genau 1,099 Millionen Euro. Dieses Geld darf er aber laut Sparkassengesetz nicht einfach, wie es ihm beliebt, verprassen, sondern muss es einsetzen zur "Förderung des kommunalen, bürgerschaftlichen und trägerschaftlichen Engagements insbesondere in den Bereichen Bildung und Erziehung, Soziales und Familie, Kultur und Sport sowie Umwelt". Die Verwaltung hat jetzt im Finanzausschuss einen Vorschlag gemacht, wie das Geld verwendet werden soll: 350.000 Euro zur Beseitigung von Winterschäden an den Kreisstraßen, 250.000 Euro für den Ausbau von zwei Klassenräumen im Dachgeschoss des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs in Lüdinghausen und 25.000 Euro für die Deckung von Personalkosten zur Sichtung und Sortierung von eingelagertem Museumsgut auf Burg Vischering. Der Rest (rund 470.000 Euro) soll allgemein den Haushalt stützen (siehe Bericht oben auf dieser Seite).
Im Finanzausschuss haben die Politiker heftig darum gestritten, ob diese Vorschläge die richtigen sind. "Es kann nicht sein, dass die Mittel auf Zuruf verteilt werden", kritisierte André Stinka, Fraktionsvorsitzender der SPD, das grundsätzliche Verfahren. Weil der Kreis mit den Städten und Gemeinden über die Kreisumlage finanzpolitisch in einem Boot sitzt, forderte er, diese in die Beratungen einzubeziehen, was mit dem Geld der Sparkasse geschehen soll. Stinka: "Wir brauchen eine breitere Diskussion." "Das ist für mich deutlich neben der Spur", wies CDU-Fraktionschef Klaus-Viktor Kleerbaum diesen Vorschlag zurück. Es sei ureigenste Sache des Kreises darüber zu entscheiden, was mit dem Geld passiert. Es gebe auch "nichts zu verteilen für die Bürgermeister", unterstrich er. Dass das Geld jetzt erstmalig von der Sparkasse komme, sei "ein Glücksfall für den Kreis", weil die Straßenschäden sowieso beseitigt werden müssten. Diese Haushaltsentlastung führe auch zur Entlastung der unteren Ebene, führte er aus.