Lüdinghausen - Sonntagabend in der Kirche St. Felizitas: Ein Konzert für Orgel, Saxofon samt Illumination des Kirchenraums steht auf dem Programm - aber es ist alles anders als sonst. Nachdem man die Kirche betreten hat, umfängt einen die Dunkelheit. Schemenhaft erkennt man die vielen bereits anwesenden Besucher und einen in blaues Licht getauchten Altar - helles Licht nur bei der Orgel. Dort sitzt Felicitas Gerwin, Kirchenmusikerin in Nordkirchen, neben ihr steht Christoph Falley, Kantor aus Dülmen mit seinem Saxofon.
Eine besondere Note und eine Akzentuierung der ausgewählten musikalischen Themen erhält das Konzert durch Hervorhebung sakraler Einzelaspekte des Kirchenraumes unter der Verwendung von Lichttechnik, die von Klaus Kemper und Florian Lenfers (beide Lüdinghausen) installiert und bedient wurde. Die Begrüßung übernahm Kantor Thomas Kleinhenz, der die Orgel diesmal in die Hände der zarten Felicitas Gerwin abgegeben hatte. Die Einführung in die Stücke unternahm Pfarrer Benedikt Elshoff.
Alle Komponisten, die am Abend zu Gehör kamen, waren früher selbst auch Kirchenmusiker und haben mit ihren Werken eine „klingende Theologie“ geschaffen. Das Konzert begann mit „Canzon seconda“, einem tänzerisch verspielten, fröhlichen Lied, mit dem Giralamo Frescobaldi (1583-1643) den Lobpreis Gottes zum Ausdruck brachte. Perfekt interpretiert von den beiden Musikern, die sich schnell als wahre Könner an ihren Instrumenten erwiesen: die Orgel häufig eher als Begleitung, ließ so dem Saxofon viel Entfaltungsraum, es ersetzte gewissermaßen den Gesang.
Johann Sebastian Bach (1685-1750) hat unzählige Werke für den kirchlichen Einsatz komponiert. Die Dreistimmigkeit der Sonate II c-Moll (BWV 526) bot die Möglichkeit, das Saxofon die Oberstimme übernehmen zu lassen. Neben Bach waren die Stücke von César Franck (1822-1890) besonders ergreifend und musikalisch hervorragend interpretiert: „Piéce héroique“ (majestätisch markantes Orgelwerk) sowie „Panis angelicus“. Zu erwähnen ist noch das Saxofon-Solo von Christoph Falley bei der „Aria“ von Eugéne Bozza (1905-1991): eine Meisterleistung! Langer Applaus für alle Beteiligten erfüllte am Schluss den Kirchenraum bis in den letzten Winkel.