Jugendliche aus Lüdinghausen nehmen an einem trilateralen Austausch teil

Von Yad Vashem bis Tel Aviv


Die erste Begegnung der Jugendlichen aus Lüdinghausen mit palästinensischen und israelischen Altersgenossen fand im Jahr 2010 statt. Das Abschiedsfoto entstand vor der nächtlichen Skyline von Tel Aviv. Foto:
Die erste Begegnung der Jugendlichen aus Lüdinghausen mit palästinensischen und israelischen Altersgenossen fand im Jahr 2010 statt. Das Abschiedsfoto entstand vor der nächtlichen Skyline von Tel Aviv. Foto:
(nn)


Lüdinghausen - Begegnung schafft Vertrauen - das gilt ganz besonders zwischen Deutschen und Israelis auf der einen, aber auch israelischen und palästinensischen Jugendlichen auf der anderen Seite. All dies unter einen Hut zu bekommen, ist das Ziel eines trilateralen Austauschs, an dem sich der Lüdinghauser Arbeitskreis „I C You“ (Israel/Palestine Communication Youth) seit anderthalb Jahren beteiligt.

Die Jugendlichen, die sich regelmäßig in der Jugend-Oase (JugO) des Evangelischen Gemeindezentrums treffen, haben bereits im Jahr 2010 erstmals Israel besucht, vor einem Jahr gab es einen Gegenbesuch. Für die erste Woche der Herbstferien (14. bis 21. Oktober) ist ein weiterer Besuch in Israel geplant. Begleitet wird diese Fahrt durch die israelische Partnerorganisation „I & Eye“. Auf deutscher Seite wird die Tour von Fachkräften und Ehrenamtlichen der Jugendarbeit im Gemeindezentrum organisiert: den Sozialpädagoginnen Carola Hansch und Alexandra Ridder sowie Florian Otten.


Früher habe sie Israel immer nur als Konfliktregion wahrgenommen. Als sie dann schließlich da war, habe sie ein anderes Bild des Landes gewonnen, fasst die 16-jährige Carolin Anders ihre Eindrücke von 2010 zusammen. „Die Menschen sind viel wärmer als bei uns. Wir wurden oft gefragt, woher wir kommen. Und dann hat man mit uns deutsch geredet“, ergänzt die gleichaltrige Cora Övermann.

Die Reise im Oktober steht unter dem Motto „Was glaubst Du?“ - die Religion von Christen, Juden, Muslimen und Drusen. In der nordisraelischen Stadt Mrar besuchen die Lüdinghauser eine Schule. Mit den Jugendlichen dort werde ein gemeinsames Projekt gestaltet, erklärt Alexandra Ridder. Auf dem Reiseprogramm stehen zudem Besuche in den Städten Jerusalem und Tel Aviv sowie die antike Bergfestung Masada und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Auf der Liste stehen aber auch Abstecher zum See Genezareth und zum Toten Meer.

Finanziell gefördert wird die Reise vom Land NRW, vom Evangelischen Kirchenkreis sowie von der evangelischen Kirchengemeinde in der Steverstadt. Aber auch die Jugendlichen wollen über verschiedene Aktionen Spenden- und Sponsorengelder einwerben. Vor der Reise will sich der Arbeitskreis regelmäßig treffen - im Juni gibt es ein Vorbereitungswochenende.

Insgesamt werden zwölf Jugendliche aus Lüdinghausen mitreisen können. Fünf Plätze sind noch zu vergeben. Wer mitfahren möchte, sollte mindestens 16, maximal aber 25 Jahre alt sein. Und er sollte ein ganz besonderes Interesse an den deutsch-israelisch-palästinensischen Beziehungen mitbringen, sind sich die Organisatoren des Austauschs einig. Interessierte können sich an den Arbeitskreis „I C You“ wenden unter ' 0 25 91/98 02 87 oder per E-Mail icyou-israel@gmx.de.

„Israel ist anders, als in den Medien oft dargestellt. Es gibt Normalität“, macht Svenja Pfannkuche Appetit auf spannende Eindrücke in einer spannungsreichen Region.

VON PETER WERTH, LÜDINGHAUSEN


01 · 02 · 12





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