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Gefühlvoller Poet mit Biss

Auch mit 67 Jahren füllt Hannes Wader nur mit seiner Gitarre und seiner warmen, sonoren Stimme ganze Säle.
Auch mit 67 Jahren füllt Hannes Wader nur mit seiner Gitarre und seiner warmen, sonoren Stimme ganze Säle.


-ho- Osterwick. Völlig gelassen und gradlinig betritt Hannes Wader die Bühne, und das seit vielen Jahren. Ohne Glamour und Show. In dunkler Hose und hellem Hemd. Nur ein Mann und seine Gitarre. Er zieht sein Publikum vom ersten Lied an in seinen Bann. Er ist einfach er selbst ist und singt seine Lieder mit seiner warmen, sonoren Stimme. Und die geht, so eine Zuschauerin, "gleich vom Ohr ins Herz".

"Nichts bleibt, wie es war" - so lautet eine Zeile seines Liedes "Heute hier, morgen dort", mit dem der bekannte Liedermacher seit 35 Jahren jedes Konzert beginnt - so auch in Osterwick. Dort tritt Wader zum dritten Mal in der Zweifachturnhalle auf und zeigt, dass nicht alles so bleibt, wie es einmal war. Denn: Hannes Wader ist nicht nur mit dem Großteil seines Publikums älter geworden, sondern auch ruhiger und abgeklärter. Zwar protestiert er nach wie vor in seinen Liedern bissig und voller Zorn gegen Krieg und Nationalismus und setzt sich für die Unterdrückten der Erde ein, aber er ist auch gefühlvoller Poet und romantischer Träumer, der Volks- und Liebeslieder singt. Auch Lieder über Abschied und Trennung wie "Nun muss ich gehen" oder das französische "Les feuilles mortes" von Jaques Prevert, für das er einen deutschen Text geschrieben hat ("Die welken Blätter") finden ihren Platz - nicht ohne das Wader darauf hinweist, dass das Thema keine Rückschlüsse auf "meine private Situation zulässt". "Ich singe das Lied schon seit 40 Jahren. Es gibt mir ein gutes Gefühl, so prompt mein Versprechen eingehalten zu haben, es ins Deutsche zu übertragen", sagt der 67-Jährige.



Viele, darunter auch jüngere Fans, lassen sich nach dem Konzert von Hannes Wader in der zur Künstlergarderobe umfunktionierten Umkleide CDs oder Autogrammkarten signieren.
Viele, darunter auch jüngere Fans, lassen sich nach dem Konzert von Hannes Wader in der zur Künstlergarderobe umfunktionierten Umkleide CDs oder Autogrammkarten signieren.
(Fotos: Ursula Hoffmann)


Wader ist dafür bekannt, dass er nicht nur ein exzellenter Liedermacher, Gitarrist und Sänger ist, sondern seine Konzerte mit Geschichten und Anekdoten auflockert, die das Publikum zum Schmunzeln und zum Nachdenken bringen. Er erzählt, wie er zu Texten gekommen ist, erinnert an vergessene Helden, wie in dem Lied aus dem spanischen Bürgerkrieg "Mamita Mia" oder prangert in "Die Mine" die schrecklichen Folgen von Landminen und Splitterbomben an. Dabei wird seine Gitarre zur eindrucksvollen Lautmalerei und sein Spiel ist so viel mehr als nur Begleitung. Sein Konzert ist eine Zeitreise, bei der er viele Lieder aus dem "vergangenen Jahrhundert" singt wie eine deutsche Version von Kevin Johnsons "Rock´n Roll" ("Damals - heute sing ich um mein Leben") oder "Traum vom Frieden" und "Die Gedanken sind frei" als einen persönlichen Tribute an den verstorbenen Folk-Musiker Pete Seeger, der ihn beeinflusst hat. Mit einer neuen Version von "Trotz alledem", in der er die Finanzkrise quasi vorausgesehen hat, verabschiedet sich Wader vom Publikum, dass ihm gerne noch länger zugehört hätte. "Ich nehme den Protest geschmeichelt zur Kenntnis. Bis zum nächsten Mal, Rosendahl!"


28 · 02 · 10
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Pete Seeger lebt!
Zu dumm, daß Sie Pete Seeger totgesagt haben.
Er hat nicht nur mit Bruce Springsteen das grandioses Finale des Obama-Inauguration-Konzerts bestritten, sondern mit seinen 91 Lenzen seither auch noch manch anderes Konzert.

Also: künftig bitte besser recherchieren.

Gruß
R.T.

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