Darfeld. Wenn im Allgemeinen von Bildung gesprochen wird, denken zunächst alle an die schulische Bildung. In der Schule geschieht aber nach Untersuchungen nur etwa ein Drittel der Bildung. Einen wesentlich größeren Stellenwert hat die vorschulische und außerschulische Bildung, sagte Bernhard Tenhumberg in Darfeld. Er war einer Einladung der CDU Darfeld und der CDA Coesfeld und Rosendahl gefolgt. Der Landtagsabgeordnete referierte zum Thema "Verbandliche und Offene Jugendarbeit als wichtiger Baustein der Bildung", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Vorsitzende des Darfelder Ortsverbandes, Christa Haßler, freute sich besonders über die zahlreiche Teilnahme der Jugendlichen aus der Offenen Jugendarbeit.
Gleich zu Beginn stellte der Referent fest: Die außerschulische Bildung beginnt im Elternhaus und wird besonders wichtig in der Jugendarbeit. Dabei machte Tenhumberg keinen Unterschied zwischen der Offenen und der verbandlichen Jugendarbeit. "Beides muss sich ergänzen. Verbandsarbeit contra offene Arbeit ist tödlich", so der Referent. In beiden Bereichen gilt das Bemühen, die Jugendlichen zu befähigen, Konflikte zu ertragen oder friedlich zu lösen, es geht um die Erziehung zur Teamfähigkeit, Jugendliche sollen miteinander und voneinander lernen, sie sollen "politische" Menschen werden, d.h. Interesse zeigen für andere, sich positiv einmischen und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Eine so ausgerichtete Jugendarbeit, offen oder verbandlich gebunden, leistet wichtige präventive Arbeit. Eine solche Arbeit muss uns auch finanziell etwas wert sein. "Die Resozialisierung eines straffällig gewordenen Jugendlichen kostet rund 250.000 Euro", nannte der Referent eine Zahl. Ergänzt wurde die Information durch Anneliese Haselkamp, die im Kreis jugendpolitisch tätig ist. "Wir leben hier schon lange nicht mehr auf einer Insel der Seligen, wie manche immer noch meinen. Auch im Kreis Coesfeld ist sehr viel Geld nötig, um erzieherische Hilfen zu leisten."