Holtwick. In bester Spiellaune präsentierten sich die zehn Spieler der plattdeutschen Theatergruppe der KLJB Holtwick am Samstagabend bei der Premiere ihres neuen Stückes "De gekoffte Schwiegerdochter". Das Publikum im ausverkauften Holtwicker Pfarrheimsaal durfte sich über ein schrilles, spritziges und witziges Schauspiel freuen.
Die Lage im Bauernhaus Paulsen ist angespannt: Vater Paul (Werner Niehoff) hat seinem Sohn Richard (Berthold Deiger) ein Ultimatum gestellt: ein Jahr nach Beendigung seines Landwirtschaftsstudiums soll der Sohn eine Frau finden, heiraten und den Hof übernehmen, so dass sich Vater Paul zur Ruhe setzen kann. Mutter Hildegard (Regina Lefering) und die Nachbarn Hinnerk und Leni Bruns (Manfred Scharlau und Anne Vosskühler) sind ganz aufgeregt, als Richard nach einem Jahr auf den Hof zurückkehrt. Dass er keine Ehefrau gefunden hat, verschweigt er. Doch nicht verzagen, Knecht Kulle Korn (Gregor Lefering) fragen. Dieser organisiert sofort die Lage neu, was eine Reihe von Verwechselungen zur Folge hat. Plötzlich arbeitet der Knecht Mario (Ramona Wilde) im Stall und eine etwas groß geratene Brunhilde (Michael Konert) spaziert über den Hof. Ein turbulentes Durcheinander, bei dem dann zu allem Überfluss auch noch die "Feriengäste" Renate und Gaby Albers (Christiae Terwei und Marie Kögging) aus Hamburg auftauchen.
Eine herrliche Mischung aus den unterschiedlichsten Charakteren! Während Gregor Lefering den Knecht Kulle wunderbar strippenziehend und zugleich sympathisch verkörpert, greift Christiane Terwei als aufgetakelte, möchte-gern-adelige Großstadttussi mit vier verflossenen Ehemännern ordentlich in die Klischeekiste. Dazu kommt ein ungewöhnlich weiblicher Michael Konert mit rasierten Beinen, der den einen oder anderen Grabscher von Werner Niehoff kassiert.
"Die Premiere am Samstag war ein voller Erfolg", freut sich Spielleiterin Barbara Kloster, die genau wie Sabine Heimann als Souffleuse, Jens Niesing in der Technik und Benedikt Scharlau als Geschäftsführer hinter der Bühne agiert. "So voll - einfach prima! Besonders für eine Premiere. Die Leute haben gelacht, was das Zeug hält. Erst mit Publikum zeigt sich, wie das Stück ankommt". Es habe gefunkt - alle hätten ihre Rolle optimal umgesetzt. "Werner Niehoff war nach 13 Jahren wieder voll in seinem Element und Marie Kögging als Neuling hat ihre Feuertaufe auch super bestanden", lobt Kloster die Spielleistungen.
0 Ob Richard am Ende doch eine Ehefrau findet, können sich Interessierte am 13..3., 19..3. und 20..3. jeweils um 20 Uhr anschauen.