Ein Stück für die Ewigkeit


Die eigentliche Funktion der Telefonbank ist geschwunden, aber der Stolz von Franz Eynk auf sein Meisterstück ist geblieben.
Die eigentliche Funktion der Telefonbank ist geschwunden, aber der Stolz von Franz Eynk auf sein Meisterstück ist geblieben.
(Foto: jd)


Osterwick. Das Meisterstück von Franz Eynk muss nicht lange gesucht werden. Es ist das Erste, das bei Betreten des Hauses ins Auge springt. "Ich habe mich damals mit meiner Frau beraten und sie meinte, wir bräuchten noch eine Telefonbank. Also habe ich eine entworfen." Das war vor fast 20 Jahren und die massive Bank aus naturlackierter, geräucherter Eiche lädt im Eingangsbereich noch immer zum Verweilen ein. "Heute bräuchten wir sie eigentlich gar nicht mehr. Schließlich haben wir ein Funktelefon", schmunzelt Eynk. Und dennoch: "Die Bank bleibt. Die Schubladen laufen wie geschmiert. Das hält ewig."

Denn vieles von dem was er in den letzten Jahrzehnten gefertigt hat, ist mittlerweile durch zeitgemäßere Möbel ersetzt worden. Natürlich alles selbst gemacht. "Man muss ja sehen können, dass hier ein Tischler wohnt." Und das kann man. Die Garderobe ist selbst gemacht, der Badezimmerschrank, die Küche und gar die Treppenstufen tragen Eynks Handschrift.


1972 hat er seine Lehre in der Tischlerei Hubert Scharlau angefangen und seine Gesellenprüfung gemacht. "1988 habe ich mir dann gedacht, dass das doch noch nicht alles gewesen sein kann", beschreibt Eynk den Weg zu seiner Meisterprüfung. Drei Jahre hat er dafür in der Abendschule des HBZ in Coesfeld hinzugelernt. "In der Zeit hat mich meine Familie sehr unterstützt. Anders wäre es nicht gegangen". Über mehrere Monate hinweg hat er nach Feierabend an seinem Meisterstück gefeilt. Zuerst waren das sieben Zeichnungen, die abgesegnet werden mussten. Dann kam der Bau des Stückes und die Polsterung des Sitzes. "Eine wesentliche Vorgabe war die Integration von Schubladen." Gleich acht davon hat Eynk in die Telefonbank eingebaut und damit 1991 die Meisterprüfung bestanden. Die investierte Zeit und Geduld hat sich gelohnt. Mittlerweile ist er Betriebsleiter. "Da bin ich hauptsächlich für die Kalkulationen und die Einteilung der Mitarbeiter zuständig." Auch wenn Eynk beruflich nicht mehr handwerklich tätig wird, so ist privat damit noch lange nicht Schluss. "Meine Frau möchte unbedingt eine neue Küche haben." Wie die Vergangenheit gezeigt hat, wird das dann bestimmt auch gemacht.

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