-erf- Metelen. Zu einem großen Ohrenfest wurde der Auftritt des Embrassy-Bläserensembles im Bürgerhaus Metelen. Mit einer unschlagbaren Mischung aus Virtuosität und Spontaneität demonstrierte das 1987 gegründete Ensemble aus freischaffenden Musikern, Dozenten und Orchestermusikern die hohe Kunst des Blechblasens und riss das Publikum mit. Die Soloauftritte des 23-jährigen Trompeters David Salomon Jarquin steigerten die Begeisterung zu stehenden Ovationen. Dirigent Steffen Schiel und Posaunist Alfred Holtmann würzten das Ganze mit einer humorvollen Moderation, in der auch das gastgebende Metelen seine Streicheleinheiten bekam. Kurzweil und beste Unterhaltung waren angesagt.
Embrassy trat in seiner Stammbesetzung als Dezett an: vier Trompeten, vier Posaunen, Horn und Tuba. Exemplarisches und Beliebtes aus Renaissance und Barock bestimmten den ersten Teil. Als Hommage an Georg Friedrich Händel streuten die Musiker einen Marsch ein. Spannungsreicher gestaltete sich die sechssätzige „Westfälische Suite“ des aus Soest stammenden Tylman Susato. Innige Zwiesprachen zwischen Trompeten und Posaunen im dezenten Piano bewiesen kultivierte Blastechnik. Bombastische Tutti leiteten das Schlachtengetümmel des Schlusssatzes ein. Trompeten und Posaunen verleugneten ihre martialische Herkunft nicht.
Zwei wunderbare Stücke von Johann Sebastian Bach setzten beruhigende Akzente: der Choral „Jesus bleibet meine Freude“ und das Choralvorspiel „Wachet auf ruft uns die Stimme“, gekennzeichnet durch klare Melodieführung. An die Klangpracht venezianischer Doppelchörigkeit erinnerte Giovanni Gabrielis „Canzon septimi toni a 8 Nr.2“, auch wenn mit der Bühne des Bürgerhauses ein nicht annähernd adäquater Raum zu Verfügung stand, zu nahe saßen sich die zwei Vierergruppen gegenüber.
Zum Publikumsliebling wurde David Salomon Jarquin, die Trompeterentdeckung aus Nicaragua. In den „Variationen über den Karneval in Venedig“ von Jean-Baptiste Arban brillierte er mit Geläufigkeit und schlankem Ton. Er beherrschte alle Tücken der Partitur und setzte als I-Tüpfelchen einen sauber gespielten Spitzenton als Schlusspunkt.
Damit war vom festlich glänzenden Barock zum leicht unterhaltenden Teil übergeleitet. Ein Hit ist immer eine Suite nach Motiven aus George Bizets Oper „Carmen“. „Sex and Crime“ in Musik gegossen, wie es Dirigent Steffen Schiel auf den Punkt brachte. Spritzig und swingend „The Battle of Jericho“: Jarquin bewies seine Vielseitigkeit, auch im Jazz ist er zu Hause. „Dirty Play“ und lupenreine Intonation müssen sich nicht ausschließen. In „Tico-Tico“ gab es abschließend südamerikanische Rhythmen, dabei legte Jarquin manch heißes Solo hin. Zwischen den Solisten gab Embrassy noch „Three Brass Cats“, eine Katzensuite, von Chris Hazzel zum Besten.
Zwei Zugaben erklatschte sich das begeisterte Publikum. Es bekam unter anderem die kniffligste Variation aus „Carneval“ zu hören, womit sich Jarquin einen starken Abgang sicherte.